wir haben es geschafft!         am 16.08.2014 haben wir die ziellinie in ulaanbaatar erreicht!            im logbuch kannst du alles ueber unser abenteuer nachlesen!

Das Logbuch

Tag 21: Tajikistan, Kirgistan - Pamir Highway 4

Wirklich schlafen konnte keiner von uns, denn die Höhe machte uns zu schaffen. Wir brachen ohne Frühstück sehr früh auf, um endlich wieder niedrigere Gegenden zu erreichen.

Die Autowerkstatt in Osh

Es ging weiter auf dem Hoch-Plateu, und nach rund zwei Stunden erreichten wir den höchsten Pass mit 4650 Meter Höhe über dem Meer! Bruno schimpfte lautstark über die große Anstrengung, doch wir waren mehr als glücklich, diesen Meilenstein unserer Reise erreicht zu haben!

Sogar das Schießen von ein paar Fotos war sehr anstrengend, und so genossen wir den Ausblick nur wenige Minuten lang, um dann wieder weiter Richtung Isskul-See zu fahren. Es folgten lange Geraden auf Schotterstrassen in einer Art Mondlandschaft, die nicht wirklich spektakulär war. Der See war auch nicht wirklich berauschend, wohl auch wegen der Umgebung der letzten paar Stunden anstrengender Autofahrt.

Wir erreichten die Grenze gegen Mittag, und wie schon von anderen Grenzen gewohnt wurde die Strasse bis dorthin immer schlechter. Die Tajikische Seite der Grenze war sehr hoch gelegen, und die Offiziere waren sehr nett. Bei der Kontrolle unserer Pässe konnten wir einen Blick in die Baracken werfen, in denen sie dort hausten: Ein Container, in dem zwei Stockbetten, ein kleiner Schreibtisch und ein kleiner Ofen standen. Sie wünschten uns noch eine gute Reise (wenn auch mit Kopfschütteln über unser tolles Auto), und der Balken Richtung Kirgistan öffnete sich.

Die Strasse, besser: der Schotterweg, ging endlich wieder bergab, wenn auch fast zu steil für Bruno. Die Kirgische Seite der Grenze ließ sehr lange auf sich warten, und bevor wir dort ankamen, passierte noch ein Malör: Bei der Druchfahrt durch einen Bach, der sehr steil bergab ging, hörten wir plötzlich ein "pffffffff" und der rechte Vorderreifen war hinüber :-(

Reifenplatzer auf 4200 Meter Seehöhe

Das Problem an dieser Panne war nicht, dass wir keinen Ersatzreifen hatten (wir hatten natürlich einen), sondern die Höhe: Wir waren noch immer über 4200 Meter, und jede Bewegung war anstrengend. Wenn Fotografieren schon anstrengend war, dann kann man sich vorstellen, wie anstrengend Reiffenwechseln gewesen sein muss: Wir schafften es fast nicht, den Wagenheber zu heben, und wechselten uns alle 30 Sekunden ab, denn ansonsten wurde einem schwindlig und es ging einem die Puste aus. Schlussendlich schafften wir es nach rund 25 Minuten den Reifen zu wechseln, und fuhren weiter auf der offenbar verschütteten Strasse talwärts.

Die Kirgeische Grenze war wirklich weit von der Tajikischen Seite entfernt, rund 10 Kilometer weit. Der Posten sah aber etwas moderner aus als der vorherige, wenn auch etwas Menschen-leer. Dominik versuchte vergebens mit "Hello"-Rufen einen Offizier zu wecken, was erst nach 10 Minuten gelang. Der etwas verschlafene Grenzoffizier schnappte sich unsere Pässe, verschwand in einem Gebäude, und brachte nach ein paar Minuten die fertig gestempelten Dokumente zurück und wünschte uns eine gute Fahrt. "Customs?" fragten wir, doch für die Zollkontrolle war er wohl zu faul ;-)

Nach 50 weiteren Kilometern auf Schotter erreichten wir endlich eine richtige Strasse, und was für eine: Eine komplett neue Bundesstrasse, die uns Richtung Osh durch hohe Berge mit vielen Serventinen führte. Wir erreichten die Stadt, welche das Ende des Pamir Highways darstellt, am frühen Abend, und fanden auf Anhieb ein Guesthouse, welches im Reiseführer empfohlen wurde.

Vor der Tür wurden wir mit einem "Servus griaß eich" begrüßt - ein Salzburger hatte den Pamir Highway mit dem Fahrrad bezwungen, und war gestern nach Osh gekommen, von wo sein Heimatflug ging. Wir plauderten ein paar Worte in gutem alten Österreichisch, und er zeige uns den Weg ins Guesthouse. Die Zimmer waren sehr schön, und nach kurzem Auspacken der wichtigsten Sachen machten wir uns sofort auf die Suche nach einem Mechaniker, denn die letzten paar Hundert Kilometer haben unser rechtes hinteres Achsen-Lager (wie zuvor unser Linkes) komplett zerstört.

Der Rezeptionist unseres Guesthouses zeigte nach Osten (oder so), wo wir laut seinen Handbewegungen einige Mechaniker finden sollten. Das taten wir auch, denn die ganze Strasse war gesäumt von kleinen Werkstätten, wo die Kirgisien ihre kleinen, japanischen Autos reparierten. Wir fuhren in den Innenhof einer etwas größeren Werkstätte, wo sich schnell herausstellte, dass dort niemand Englisch konnte :-) Die Hebebühnen, von denen es rund 10 in der Werkstätte gab, machten uns dennoch Hoffnung, und mit etwas Pantomime erklärten wir den offenbar an unserem Auto interessierten Mechanikern das Problem. Spätestens auf der Hebebühne verstand der uns zugeteilte Mechaniker, worum es ging, und fuhr prompt mit uns los, um den Gummi-Teil zu kaufen, der ersetzt werden musste.

Wir fuhren zu einer Art Bazar für Auto-Teile: Auf einer Fläche von einem Fussballfeld waren zig kleine Shops in umgebauten Schiffs-Containern, die alles mögliche für Autos, von Reifen über Duftbäume und Werkzeug, verkauften. Der Mechaniker scheint hier schonmal gewesen zu sein, denn er navigierte ohne Nachzudenken durch das Labyrint aus Container-Shops, grüßte einige der Verkäufer, und blieb vor einem kleinen Shop stehen, der offenbar den benötigten Teil hatte. Und siehe da: Es gab ein neues Achsen-Lager, zwar für einen Opel Vectra gebaut, aber genau dieser Teil hatte ja zwei Tage zuvor auch schon gepasst, also nahmen wir den Teil für 4 $ mit.

Zurück in der Werkstatt hatte einer der rund 12-jährigen Burschen, die auch in der Werkstatt arbeiteten, bereits den Reifen abmontiert und einige Schrauben entfert, so dass man das Lager ausbauen konnte. Ein zweiter Mechaniker kam hinzu, und zwischenzeitlich droschen 5 Mechaniker auf das alte Lager ein, um es entfernen zu können. Sie stellten sich nicht sehr geschickt an, doch nach etwas Gewalteinwirkung löste sich die Schraube und das alte Lager fiel heraus. Wie erwartet passte der Opel-Teil nicht 100%ig, doch mit etwas Isolierband und Fett schlüpfte das neue Achsen-Lager in die dafür vorgesehene Hülse, und unser Auto war wieder ready :-)

In einer benachbarten Werkstatt wurden noch für 2 $ unsere Ersatzreifen getauscht (neuer gegen alter Gummi), und mit ein paar Hammer-Schlägen unsere kaputte Felge ausgebogen. Der Mechaniker verlangte zuerst 100 $ für die Reparatur unseres Autos, doch das schlechte Gewissen über den hohen Preis holte ihn schnell ein, und er war mit 70 $ zufrieden (was für lokale Verhältnisse sicher sehr viel ist, doch auch wir waren zufrieden damit, dass Bruno wieder funktionierte).

Werkstatt in Osh

Mit einem neuen Achsen-Lager und zwei Ersatzreifen konnten wir sorgenlos einschlafen, was auch wegen der Höhe von Osh von 1300 Metern Seehöhe sehr einfach war.


Tag 20: Tajikistan - Pamir Highway 3

Heute wurden wir von Marcos Handywecker geweckt, um das Aufsteh-Debakel vom Vortag zu verhindern. Wir wollten unbedingt mindestens Khorog erreichen, um dort einen Mechaniker für das zweite Achslager zu finden.

In Khorog, einer rund 20.000 Einwohner-Stadt, suchten wir jedoch vergeblich nach einem fähigen Mechaniker, um auch das zweite Lager reparieren zu lassen. Wir standen zwar Zwischenzeitlich auf einer Inspektions-Grube, doch der Mechaniker verstand kein Wort und wohl auch nichts von seinem Handwerk. Und so mussten wir mit einem "neuen" und einem alten Achsen-Lager die Kletter-Tour auf die 4000-er starten.

Kurz nach der Stadt passierten wir wiedermal eine "Bezirks"-Grenzkontrolle. Patrick und Dominik marschierten mit den drei Pässen in der Hand dem Offizier nach in seine Hütte, wo dieser kurzerhand erklärte, dass das kommende Gebiet nicht auf unserem GBAO-Stempel (quasi das Visum für die Pamir-Region) dabei sei, und wir nicht durchfahren dürfen. Wir zeigen ihm auf einer Landkarte unsere geplante Route, doch er verwies immer wieder auf eine Ausweich-Route, die auf der Landkarte als "Secondary Road", also schlechter als schlecht, markiert war. Wir erklärten ihm mit Händen und Füssen, dass das mit unserem Auto unmöglich sei, doch er blieb hartnäckig.

Wir auch, und nach 15 Minuten des hi- und her ließ er uns endlich passieren. Warscheinlich wollte er eine kleine Spende, doch wir kamen ohne Dollar-Verlust weiter!

Die Landschaft ab Khorog wurde etwas karger, und nach ein paar Stunden erreichten wir die ersten Pässe über 4200 Meter. Die Höhe hatte schon ihre Konsequenzen: Wir bekamen alle drei etwas Kopfschmerzen, und wenn man zu schnell aus dem Auto aussteigt wird einem etwas schwindlich von der dünnen Luft. Die Strassen wurden mit der Höhe immer schlechter, und rund um die Pässe waren es nurmehr Schotterwege, die uns trugen. Bruno kämpfte hart mit dem geringen Sauerstoff-Gehalt, was man an der Leistung und am verrückt spielenden Stand-Gas gut merkte. Da wir sowieso mit theoretisch 80 PS untermotorisiert waren, gab es einige Pässe, bei denen wir im ersten Gang mit Vollgas fuhren und, egal wie die Strasse war, nicht stehen bleiben durften, denn sonst wären wir nicht mehr vom Fleck gekommen!

wir erreichten eine Art Hoch-Plateu, und die Strassen wurden besser, sodass wir sogar am Abend den Ort Murgab erreichten, womit wir anfänglich nicht gerechnet hatten. Dort angekommen gab es ein "Hotel", wo wir viele Touristen auf Fahrrädern und Motorrädern trafen. Wir checkten in das etwas heruntergekommene Hotel, das in Europa vielleicht als Hostel durchgehen würde, ein und machten uns ans Abendessen. Es gab, wie die letzten Tage, Lagman und überraschenderweise Pommes Frites!

Geschlaucht von der Höhe (wir waren immer noch auf 3600 Meter Seehöhe) fielen wir in unsere etwas kargen Betten, und versuchten, etwas Schlaf zu finden. Der morgige Tag hatte noch höhere Pässe im Talon, worauf wir uns aufgrund der Kopfschmerzen nicht wirklich freuten. Aber wegen dem Ausblick und der Bilder doch ein wenig :-)


Tag 19: Tajikistan - Pamir Highway 2

Getrügt von der lauten Kulisse am Vorabend haben wir uns diesmal keinen Wecker gestellt - und sind gleich mal eine Stunde zu spät aufgewacht! Das "Frühstück" bestand wiedermal aus Spiegelei und Wurst, und wir konnten uns dazu überwinden, sogar etwas zu probieren. Unser Fokus lag aber auf etwas ganz anderem: Unseren Auto-Problemen.

Das Guesthouse im Nirgendwo

Wir machten uns so schnell es ging fertig, und hielten den jungen Homestay-Betreiber dazu an, uns zum versprochenen Mechaniker zu bringen. Das tat er auch, und was dann passierte, war legendär!

Der Mechaniker, um die 45 Jahre alt, schaute sich unser Auto kurz an, und wusste sofort, wo es hakt: Der Gummi des hinteren linken Achsen-Lagers war hinüber. Er machte eine kurze (sehr rasante) Probefahrt, und führte uns dann in seine Freiluft-Werkstatt, gleich neben dem Fluss. Er konnte kein Wort Englisch, und der Homestay-Guy verschwand auch ziemlich schnell wieder.

Plötzlich kamen einige Militär-Männer, von denen einer offenbar sein Auto hier zur Reparatur hatte. Zuerst schauten sie etwas böse, doch ehe wir was sagen konnten, hatten wir schon eine Suppenschüssel mit warmen, Tajikischen Bier aus der 2-Liter-Plastik-Flasche in der Hand und tranken mit den Militärs auf den guten Morgen :-)

Sichtlich angeheitert vom schnell getrunkenen Bier machten sich der Mechaniker, Patrick und Dominik auf, um in einem nahe gelegenen "Shop" das benötigte Gummi-Teil zu kaufen. Die Fahrt war sehr rasant, und natürlich gab es keine Sicherheitsgurte im Jeep des Mechanikers. Der "Shop" war eine alte Tankstelle (zumindest konnte man es erahnen, dass es eine sein sollte), doch der Schein trügte: In einem Raum, der nicht größer als 10 Quadratmeter war, hatte der Betreiber allerhand Ersatzteile schön aufgeschlichtet, und grub das passende Gummilager hervor! Wir waren etwas erstaunt von unserem Glück, und der Mechaniker wohl auch ;-)

Zurück in der Freiluft-Werkstatt versuchte der Mechaniker, das alte Lager mit allen Mitteln zu entfernen: Brechstange, Messer, Flex, und schließlich mit einem Schweißbrenner. Es gelang ihm auch, und mit etwas Modifikation des wohl zu großen Ersatzteils war unser Auto nach drei Stunden wieder fit!

Doch noch ließ er uns nicht fahren: Er ludt uns noch zum Mittagessen und Tee ein, und wie erwartet (oder befürchtet?) gab es nach Dushanbe und dem "Homestay" wieder eine Lagman-Suppe. Zum Essen gesellten sich noch ein paar alte Herren aus der Nachbarschaft, und auch ohne Englisch-Kenntnisse ihrerseits unterhielten wir uns gut! Dann packte Patrick auch noch den mitgebrachten Birnen-Schnaps aus, und die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt ;-) Nur wussten die Tajikischen Herren nicht, dass man Schnaps in kleinen Mengen aus Stamperl trinkt, und so wurden auch hier wieder die Suppen-Schüsseln ausgepackt und gleich mal halbvoll mit Schnapps angefüllt, und prompt ausgetrunken.

Wir bedankten uns nochmal herzlich, bezahlten umgerechnet 30 US-Dollar für die Reparatur-Leistung, und machten uns (in Patricks und Marcos Fall leicht beschwippst) auf den Weg weiter den Pamir Highway entlang.

Die Strassen wurden mal besser, mal schlechter, und am Nachmittag erlebten wir den nächsten Rückschlag: Einem Reifen ging nach ein paar harten, steinigen Passagen die Luft aus! Wir hatten natürlich sofort unseren Ersatzreifen parat, und so konnte die Reise Richtung Khorog weitergehen.

Die Landschaft, durch die wir fuhren, war spektakulär: Hohe Gipfel, zum Teil etwas überzuckert mit Schnee, und tiefe, dunkle Täler. Kleine Ortschaften folgten auf noch kleinere Ortschaften, und die Leute, die zum Teil am Strassenrand standen, schauten alle sehr erstaunt (wohl über unser etwas unpassendes Gefährt).

Nach einigen Stunden Fahrt machten wir schlussendlich an einem See-Ufer halt, und packten wiedermal unser altbewährtes Zelt aus, in dem wir die Nacht unter schönstem Sternenhimmel verbrachten.


Tag 18: Tajikistan - Pamir Highway 1

Voller Motivation machten wir uns heute Morgen ans Frühstücken, um dort einen Australischen Consultant in Rente, der in Frankreich lebt und in Genf bei UNICEF arbeitet, zu treffen, und mit ihm über die Tajikische Innenpolitik zu diskutieren.

Der Garten unserer Unterkunft

Heute sollte uns Bruno in die Pamir Region bringen, wo wir endlich wieder Berge sehen sollten. Doch nach rund einer Stunde sollten unsere Pläne schon über den Haufen geworfen (bzw. etwas abgeändert) werden: Ein Polizist hielt uns an und erklärte uns in bestem Tajikisch, dass wir auf keinen Fall auf der M41 nach Khorog fahren können, und einen Umweg machen müssen.

Der Umweg war auf unseren Landkarten eingezeichnet, und so glaubten wir ihm und schlugen eine etwas südlichere Route ein. Was dann kam, war schön und nicht schön zugleich.

Zuerst war Dominik für zwei Stunden dran, und die Strassen führten durch eine schöne Berg-Region mit kleinen Dörfern und malerischen Strassen. Marco kam danach ans Steuer, und die Strasse wurde etwas rauher. Zwei Stunden später trat Patrick seine Fahrt an, und es sollte die (bisher) schlimmste seines Lebens werden: Eine ewig lange Baustelle führte durch sehr hohe Berge, und die Strasse war schlimmer als unbefahrbar! Es war ein zweistündiger Kampf, und auch Bruno kämpfte hart! Patrick hat den Kampf zwar gewonnen, aber Bruno leider verloren, denn unser linkes hinteres Achsen-Lager machte schlimme Geräusche! Wir wussten aber lange nicht, woher das Geräusch kam, und wir waren ja schließlich mitten im Nirgendwo an der Tajikisch-Afghanischen Grenze.

Nach Patricks Horror-Trip war wieder Dominik dran, um den Kampf gegen die absolut unbefahrbare Strasse weiterzuführen. Die Strasse war so gebaut, als ob man das Gegenteil einer Strasse kreieren wolle: Unglaublich viele Löcher, schiefe Fahrbahnen, einspurig mit Gegenverkehr, Sand und Geröll überall, und unüberwindbare Kurven mit riesigen Abgründen daneben. Doch nach rund einer viertel Stunde sollte sich das Blatt wenden, und zwar gewaltig.

Wir kamen zu einer Brücke, die offenbar nach Afghanistan führte, und ab da an war die zuvor unbefahre Strasse komplett saniert und zu einer zweispurigen, toll beschilderten und gesicherten Strasse umgebaut worden. Die nächsten 80 Kilometer waren die schönste Strasse, die wir jemals gesehen haben! In einem Tal zwischen Afghanistan und Usbekistan, entlang am Grenzfluss, der die beiden Länder teilt, führte eine komplett neue Strasse mit schönen Kurven durch ein wunderschönes Gebiet, das ständig durch riesige Berge umrahmt war. Mit offenen Fenstern und gutem Tempo fuhren wir muttersehlenallein und überglücklich über die gute Strasse Richtung Khorog.

Nach diesen rund 80 Kilometern kamen wir zu einem Kontroll-Posten des Militärs, wo wir wieder registriert (aufgeschrieben) wurden, und die Strasse wurde wieder schlechter. Wir hielten zweimal, um uns das Achsen-Geräusch-Problem anzusehen, konnten aber keinen Fehler finden. Nach einer weiteren Stunde kamen wir nach Qala-Kunb, wo unsere Umwegs-Strasse wieder zur M41 kam. Hier hofften wir, einen Menchaniker zu finden, der unser Problem lösen kann. Im Dorf waren sehr viele Menschen, und bei der Frage nach einem Mechaniker, die wir einem Polizisten stellten, kamen sofort viele interessierte Dorf-Bewohner, und wir plauderten über unser Problem und unsere Reise. Plötzlich gingen Lautsprecher an, und die Bewohner wurden zum Abendgebet gerufen. Die älteren Bewohner verabschiedeten sich und gingen in die Moschee, die gleich neben uns war. Die jüngeren Bewohner blieben und versuchten mit Witz, unser Auto zu kaufen oder gegen einen Opel, von denen es sehr viele in Tajikistan gab, zu tauschen. Wir lehnten natürlich dankend ab ;-)

Ein junger Kerl fuhr uns mit dem Fahrrad hinterher, um sein "Homestay" zu bewerben. Wir nahmen das (mit 15 $ pro Person zwar überteuerte, aber im Nachhinein glückliche) Angebot an, und er versprach uns auch einen Mechaniker zu besorgen. Sein "Homestay" war ein Zimmer in seinem Haus, welches man mit Worten kaum beschreiben kann (daher unten ein paar Bilder). Im Innenhof saßen drei Menschen und hatten Abendessen, und plötzlich sprachen sie Deutsch mit uns! Es war ein deutsches Ehepaar und ihr Kirgischer Reiseführer, der Germanistik studiert hatte und perfekt Deutsch sprach! Wir unterhielten uns lange, und tauschten Erfahrungen über die besuchten Länder aus.

Im sperrlich ausgestatteten "Zimmer" bezogen wir unsere Bett-losen Betten (weiche Unterlagen am Boden mit übergroßen Polstern), und ließen den Tag über unsere miserable Situation (irgendwo im Nirgendwo, Auto kaputt und kein richtiger Mechaniker in Aussicht, komisches "Homestay") scherzend und lachend zu Ende gehen.