wir haben es geschafft!         am 16.08.2014 haben wir die ziellinie in ulaanbaatar erreicht!            im logbuch kannst du alles ueber unser abenteuer nachlesen!

Das Logbuch

Tag 29: Mongolei 3

Auch heute entschlossen wir uns wieder, unser eigenes Glück zu suchen und fuhren unabhängig von Nicole und Jordan weiter.

Geblendet von der absolut prächtigen Landschaft und zu wenig beeindruckt von den miserablen Strassenverhältnissen machten wir weiter gutes Tempo, doch nach einem kräftigen Rumpler wurden wir wieder in die Rally-Realität gerissen: Patrick am Steuer, Stein am Strassenrand, und wir waren einen Hinterreifen und eine Vorderreifenfelge ärmer :-(

Nach ein paar Minuten, in denen wir den hinteren Reifen gewechselt hatten, holten uns Nicole und Jordan im roten Nissan Micra wieder ein, und Jordan half kräftig beim Reifenwechseln.

Die vordere Felge war komplett verbogen, doch wir konnten ihn (nach dem Vorbild der Kirgisischen Mechaniker, die unser Achsen-Lager gewechselt hatten) mit ein paar kräftigen Hammerschlägen wieder geradebiegen.

Wärend wir am Schrauben und Hammern waren, kamen zwei Fahrzeuge vorbei: Einmal ein Mongole, der eine Spazierfahrt in seinem Hummer H3 machte, und unbedingt ein Foto mit uns machen wollte, und ein Europäer, der als Fotograf für die Adventurists die typische Mongol Rally Route rückwärts fuhr, um möglichst viele Teams abzulichten. Nach ein paar netten Worten (und schönen Fotos) verabschiedeten wir uns wieder, und auch das Auto war wieder ready!

Zwei Reifenschäden auf einmal, ein Hummer und ein Fotograf

Wir beschlossen, den restlichen Tag gemeinsam mit Nicole und Jordan im Konvoi zu fahren, was sich als fast überlebenswichtig herausstellte. Ein Fluss versperrte uns den Weg, doch mit etwas Mut und viel Anlauf passierten wir die Stelle meisterhaft!

Eine Mongolische Waschstrasse

Auf die spektakuläre Überquerung folgte eine Fahrt in einem Flussbett, was riesen Spass machte! Wir drehten einige Videos und machten viele Fotos, und blödelten mit Nicole und Jordan rum.

Doch als wir das Ende des Flussbetts erreicht hatten, und eine kleine Steigung hinauf zur "richtigen" Strasse passierten, fing Bruno plötzlich an zu stottern, und gab schließlich komplett den Geist auf :-(

Aus Flussbett mach Strasse

Einige Start-Versuche später entschieden wir uns, uns von Jordan bis in ein 10 km entfertes Dorf abschleppen zu lassen, und darauf zu hoffen, dass sich dort jemand mit Autos auskennt.

Der brave Nissan Micra schleppte uns 10 km weit

Der letzte Anstieg vor dem Dorf brauchte zwei Anläufe, doch wir erreichten das Dorf sonst problemlos (wenn man Jordan's überkochenden Micra aussenvor lässt). Wir fanden dort auch einen Mechaniker, und dieser schien, wenn auch ohne Werkzeug, Garage oder Wagenheber, etwas von seinem Handwerk zu verstehen! Sofort zeigte er auf den Tank, und bestätigte somit unseren Verdacht, dass bei der Benzin-Versorgung etwas nicht in Ordnung ist.

Wir räumten das komplette Auto aus, und bauten die Rückbank aus, um an den Benzintank und die Benzinpumpe zu kommen. Ein paar mal mit dem Multimeter messen, mit dem Mongolen über kaputte Relais und Internet-Recherche diskutieren, und im Handbuch nachsehen später stand die Diagnose fest: Eine Sicherung war durchgebrannt :-)

So viel Aufwand für eine Sicherung (die im Motorraum bei der Autobatterie ist)

Wir tranken noch einen Papierbecher Bier mit den Mechanikern, und verabschiedeten uns, glücklich über das wieder funktionierende Auto, Richtung Osten. Ein paar Kilometer weiter campten wir wieder mit Nicole & Jordan zwischen drei Hügeln, um vor dem Wind geschützt zu sein. Der Ausblick war athemberaubend, und wir genossen wiedermal Instant-Nudeln im Sonnenuntergang ;-)


Tag 28: Mongolei 2

In der Mongolischen Wüste aufzuwachen hat was. Die Landschaft war athemberaubend, und das Licht der Monrgensonne unbeschreiblich!

Wir packten unsere Camping-Sachen ein, verabschiedeten uns von den anderen Teams (wir verständigten uns auf eine unabhängige Weiterreise, ausser, wir trafen wieder zufällig aufeinander, da wir unterschiedliche Tempos geplant hatten), und machten uns weiter auf den Weg durch die Mongolei.

Die Mongolische Landschaft

Unterwegs trafen wir die Italienische Ambulanz (auch ein Rally-Team), welche auch am Vortag die Grenze passierten. Sie hatten auch schlechten Diesel erwischt, und ihr Bus startete nicht mehr. Wir konnten ihnen leider nicht helfen, und fuhren nach einem kleinen Talk weiter.

Team Ambulanza
Ein Rettungsauto mit schlechtem, mongolischem Diesel

Die Stimmung war gut, die Strassen aber leider nicht: Die Schotter- und Sandstrassen verzweigten sich sehr oft, um dann später doch wieder in die selbe Strasse zu münden, und auf geraden Stücken hatten sich Waschbrett-artige Hügel gebildet, die unserem Auto nicht sehr gut taten.

Waschbrett-Strassen überall

Nach ein paar Stunden dann die erste Hiobs-Botschaft: Nachdem wir aufgrund eines komischen Geräusches stehen geblieben sind, entdeckten wir, dass sich einerseits die hintere Plastik-Schürze langsam verabschiedete (wir fixten sie mit Gaffa-Tape), und dass wir ein Schutzblech, welches unten auf den Plastik-Tank geklebt war, wohl auch bald verlieren werden. Auch die Hinterrad-Aufhängung klang ähnlich wie am Pamir-Highway, was bedeutete, dass wohl wieder ein Achsen-Lager seinen Job verweigerte.

Erste Auflösungsanzeichen unseres Autos

Wir entschieden uns, im nächsten Dorf einen Mechaniker zu suchen, und wenigstens das Achsen-Lager irgendwie tauschen zu lassen. Nach weiteren 200 km dort angekommen erwartete uns beim ersten (und einzigen) Kreisverkehr ein Schild: "Mongol Rally Car Service"! Ein lokaler Mechaniker hatte die Opportunität erkannt und spezialisierte sich auf die Reparatur der Rally-Autos. Wir fanden ihn 200 Meter später dann auch, und er machten sich daran, das kaputte Achsen-Lager zu tauschen.

Marco machte von der Strasse aus Fotos, als plötzlich ein italienisches Team vorbeifuhr. Die drei Jungs blieben auch stehen, und wurden sofort von einem Mongolen mit einem Angebot für ihren sehr gut dastehenden Fiat Panda konfrontiert. Nach ein bisschen Plaudern kamen auch noch Nicole und Jordan vom Team "Why Not?" vorbei, sahen die Italiener, und stoppten für einen Plausch.

Die Reparier-Technik des Mongolischen Mechanikers war, sagen wir, exotisch: Er schnitt mit einer Flex das Achsen-Lager-Gehäuse auf, und schweißte aus zwei (vermutlich) Mitsubishi Pajero-Teilen und der übrig gebliebenen Metall-Hülse unseres alten Lagers ein neues zusammen, und dieses Teil dann auch gleich in das Achsen-Lager-Gehäuse hinein! Die anderen anwesenden Mongolen waren sehr freundlich, verstanden aber leider (bis auf einen Mongolen) nur sehr wenig von dem, was wir auf Englisch und Mühlviertlerisch sagten.

Interessanterweise hat der Mechaniker (oder sein Sohn) bereits zwei Autos vergangener Mongol-Rallys gekauft: Auf seinem Parkplatz stand ein britischer Fiat Panda (rechts-gelenkt) und ein alter Fiat Panda, der an der allerersten Mongol Rally teilnahm! Er zeigte uns auch ein Bild eines Fiat Stilo, den er vor zwei Jahren von einem Rally-Team gekauft hat, und als sein Alltagsauto fuhr! Wir waren also in guten Händen ;-)

Mit Nicole und Jordan machten wir aus, dass sie ein paar Kilometer ausserhalb des Dorfes campen würden, und dort auf uns warten. Nach harten Preisverhandlungen mit dem Mongolischen Mechaniker (Patrick war der Good Cop, Dominik der Bad Cop) fanden wir die beiden dann auch gleich auf Anhieb, und wir genossen wiedermal Instant-Nudeln im Sonnenuntergang :-)


Tag 27: Russland, Mongolei 1

Heute war es endlich soweit: Mongolia! Wir wachten vor der Russischen Grenze im Zelt hinter dem Auto auf, und auch die anderen beiden Teams vor uns waren schon wach. Der erste Akt des Grenzübertritts in die Mongolei bestand aus dem ominösen Stempel-Holen aus dem Dorf vor der Grenze. Wir warteten rund eine Stunde auf den Beamten, und als er endlich auftauchte, stürzte sich ein Mob aus rund 8 Rally-Teams (einige waren erst in der Nacht angekommen) und Mongolen auf die Tür des Containers, in dem der Beamte arbeitete.

Sichtlich genervt ließ er sich für den ersten Stempel entsprechend lange Zeit, und wir bekamen unsere Stempel erst nach 30 Minuten warten. Der nächste Schritt war einfacher, denn er bestand aus der Registrierung unseres Autos beim Häußchen vor dem Schranken zur Grenze. Wir und die beiden Teams vor uns waren die ersten drei Autos in der Schlage, und kamen auch gemeinsam durch den Balken. Nach der Deklaration des Autos, Passkontrolle und Durchsuchung des Autos waren wir endlich soweit, die Russische Seite verlassen zu dürfen.

Die anderen beiden Teams vor uns waren etwas schneller, und wir trafen an der Mongolischen Seite der Grenze wieder auf sie. Nach (sehr skurilen) 1$ Eintrittspreis für die Grenze standen wir gemeinsam mit den anderen beiden Teams der etwas überforderten, aber dennoch sehr freundlichen Grenzbeamtin gegenüber, die unsere Visa kontrollierte. Nach der Kontrolle wurden wir mit einer Liste von Mongol-Rally-Teams konfrontiert, in dem wir unser Team suchen und markieren sollten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren alle Gerüchte und Schreckensstories, die wir über den Mongolischen Grenzübertritt gehört hatten, Schall und Rauch, und wir spazierten als legale Besucher rund 20 Minuten später aus dem Grenzhäußchen.

Wir hatten uns mit den anderen Teams darauf verständigt, vorerst keinen Konvoi zu bilden. Die Mongolei präsentierte sich uns gleich von einer nicht so schönen Seite, die wir aber seit ein paar Wochen leicht vermissten: Regen :-)

Es regnete leicht, und man sah (endlich, nach Wochen blauen Himmels) große Wolken in allen Formen. Die Strasse schien sehr gut zu sein, wenn auch zwischendurch mit Schotterweg-artigen Abschnitten. Wir erreichten die Stadt nach der Grenze, rund 50 km entfernt, mit Leichtigkeit, und tankten Bruno mit 92-Oktan-Benzin voll (das Beste, das es dort gab).

Zufrieden mit dem vollen Tank, etwas glücklich über den Regen, und fasziniert von der Landschaft vergingen die kommenden Stunden wie im Flug. Die asphaltierte Strasse hörte aber leider nach perfekten 100 km plötzlich auf, und wir waren wieder auf einem Schotterweg unterwegs. Das störte uns überhaupt nicht, doch nach einer Weile merkten wir, dass der Mongolische Benzin Bruno nicht gut zu bekommen schien: Unser Rally-Auto verlor an Leistung, was kein gutes Zeichen war. Wir trafen unterwegs noch ein Team mit drei Iren, die wir zuvor schon an der Kasachisch-Russischen Grenze getroffen hatten, und bestaunten die wunderbare Landschaft.

Unbekümmert von Brunos Problemchen furhen wir einfach weiter Richtung Süd-Osten, bis wir plötzlich vor einem großen Fluss standen. Es gab kein Drumherum, und auch kein Hindurch, was uns leicht zur Verzweiflung brachte. Gottseidank trafen wir bei der Suche nach einer Brücke oder besseren Stelle ein paar Mongolen, die uns kurzerhand eine Eskorte zu einer rund 10 km langen Umfahrung (inkl. neuer Brücke) gaben. Beim Rückweg trafen wir die Iren wieder, und auch das Spanisch-Schweizerische, und das Amerikanische Team (die beiden vor uns an der Grenze). Im Vierer-Konvoi fanden wir dann nach Anleitung der Mongolen die haarnagelneue Brücke, und fuhren die restlichen Stunden des Tages gemeinsam Richtung Ziel.

Bei der Suche nach einem passenden Camping-Spot verließen uns die Iren aber, da sie noch etwas weiter fahren wollten. Also campten wir mit den Teams "12 Steppe Program" (die Amis) und "Why Not?" (die Spanier-Schweizer) in der wunderbaren Mongolischen Landschaft, die aber leider durch eine Mückenplage etwas getrübt wurde.

Bei Instant-Nudeln und ein bisschen vom mitgebrachten Praher'schen Schnaps ließen wir den ersten Tag in der Mongolei revue passieren und plauderten mit den anderen Teams bis in den Sonnenuntergang hinein.


Tag 26: Russland

Gestärkt von einer letzten Nacht in einem normalen Bett machten wir uns auf Richtung Südosten, um am Abend die Mongolische Grenze zu erreichen. Wir kauften noch schnell einen Supermarkt leer (Wasser und Essen für 6 Tage), und fuhren aus der Stadt.

Die heutige Etappe war etwa 800 km lang, und die Strassen sehr gut. Die Landschaft änderte sich nicht sehr stark, immer noch dominierten Wälder und Flüsse das Bild. Wir kamen durch eine Art Feriengebiet entlang eines Flusses, denn wir sahen viele Menschen baden oder Zelten. Auch viele kleine Märkte gab es am Strassenrand, und obwohl wir keine größere Stadt oder Ort sahen tummelten sich viele Leute in dem etwa 40 km langen Abschnitt.

Wir kamen der Mongolei immer näher, und im letzten Ort vor der Grenze wollten wir noch einmal alle Benzinkanister und unseren Tank mit gutem Russischen Benzin befüllen. An der Tankstelle, rund 80 km von der Mongolischen Grenze entfernt, entdeckten wir aber böses: In unserem linken Vorderrad fehlte es massiv an Luftdruck! Nach ein paar Minuten, in denne wir den Reifen wechselten, kamen uns zwei Teams entgegen: Das Team "12 Steppe Program" mit einer Amerikanerin und zwei Amerikanern, und das Team "Why Not?" mit einer Schweizerin und einem Spanier. Wir plaudeten ein wenig, und sie halfen uns, eine Russin davon zu überzeugen, uns einen Ersatzreifen zu verkaufen.

Diese stellte sich nicht lange dumm, und fing an, wild zu telefonieren. Nach rund 20 Minuten hatte sie endlich die Lösung: Sie sperrte ihren Ersatzteil-Shop, vor dem wir die ganze Zeit standen, auf und kam nach ein paar Minuten suchen mit einem haarnagelneuen 15 Zoll Winterreifen heraus. Wir strahlten vor Freude über das frische Material, und bezahlten im Freudentaumel die völlig überteuerten 3800 Rubel (78 Euro) für den Reifen.

Die beiden anderen Teams waren uns zu diesem Zeitpunkt etwa 10 Minuten voraus, und wir sollten sie an der Grenze, die heute sicher schon geschlossen war, treffen.

Nach rund einer Stunde Fahrt, bei der es schon dunkel wurde, kamen wir schließlich zum Grenzposten, wo die beiden Teams vor uns in der Schlange (wir waren die vordersten drei Autos) wieder trafen.

Wir plauderten ein wenig, und ein Russischer Grenzssoldat erklärte uns in fast perfektem Englisch einiges zur Bürokratie am kommenden Grenzübertritt: Wir mussten uns aus dem Ort vor der Grenze, der rund 400 Meter entfernt war, einen Stempel in unseren Pass geben lassen, und uns damit dann zum Grenzübertritt anmelden. Das ganze konnte aber erst am folgenden Tag passieren, da die Grenze für den heutigen schon geschlossen war.

Begeistert von der freundlichen Art und dem guten Englisch des Grenzsoldaten plauderten wir mit den anderen Teams noch ein wenig, tauschten Erfahrungen mit Zelt, Campingkocher und Fertignudeln aus, und stellten unser Zelt direkt hinter Bruno auf.

Die Stimmung war sehr gut, denn am kommenden Tag sollten wir es endlich in die zwei Grenzposten entfernte Mongolei schaffen :-)