Tag 20: Tajikistan - Pamir Highway 3
Heute wurden wir von Marcos Handywecker geweckt, um das Aufsteh-Debakel vom Vortag zu verhindern. Wir wollten unbedingt mindestens Khorog erreichen, um dort einen Mechaniker für das zweite Achslager zu finden.
In Khorog, einer rund 20.000 Einwohner-Stadt, suchten wir jedoch vergeblich nach einem fähigen Mechaniker, um auch das zweite Lager reparieren zu lassen. Wir standen zwar Zwischenzeitlich auf einer Inspektions-Grube, doch der Mechaniker verstand kein Wort und wohl auch nichts von seinem Handwerk. Und so mussten wir mit einem "neuen" und einem alten Achsen-Lager die Kletter-Tour auf die 4000-er starten.
Kurz nach der Stadt passierten wir wiedermal eine "Bezirks"-Grenzkontrolle. Patrick und Dominik marschierten mit den drei Pässen in der Hand dem Offizier nach in seine Hütte, wo dieser kurzerhand erklärte, dass das kommende Gebiet nicht auf unserem GBAO-Stempel (quasi das Visum für die Pamir-Region) dabei sei, und wir nicht durchfahren dürfen. Wir zeigen ihm auf einer Landkarte unsere geplante Route, doch er verwies immer wieder auf eine Ausweich-Route, die auf der Landkarte als "Secondary Road", also schlechter als schlecht, markiert war. Wir erklärten ihm mit Händen und Füssen, dass das mit unserem Auto unmöglich sei, doch er blieb hartnäckig.
Wir auch, und nach 15 Minuten des hi- und her ließ er uns endlich passieren. Warscheinlich wollte er eine kleine Spende, doch wir kamen ohne Dollar-Verlust weiter!
Die Landschaft ab Khorog wurde etwas karger, und nach ein paar Stunden erreichten wir die ersten Pässe über 4200 Meter. Die Höhe hatte schon ihre Konsequenzen: Wir bekamen alle drei etwas Kopfschmerzen, und wenn man zu schnell aus dem Auto aussteigt wird einem etwas schwindlich von der dünnen Luft. Die Strassen wurden mit der Höhe immer schlechter, und rund um die Pässe waren es nurmehr Schotterwege, die uns trugen. Bruno kämpfte hart mit dem geringen Sauerstoff-Gehalt, was man an der Leistung und am verrückt spielenden Stand-Gas gut merkte. Da wir sowieso mit theoretisch 80 PS untermotorisiert waren, gab es einige Pässe, bei denen wir im ersten Gang mit Vollgas fuhren und, egal wie die Strasse war, nicht stehen bleiben durften, denn sonst wären wir nicht mehr vom Fleck gekommen!
wir erreichten eine Art Hoch-Plateu, und die Strassen wurden besser, sodass wir sogar am Abend den Ort Murgab erreichten, womit wir anfänglich nicht gerechnet hatten. Dort angekommen gab es ein "Hotel", wo wir viele Touristen auf Fahrrädern und Motorrädern trafen. Wir checkten in das etwas heruntergekommene Hotel, das in Europa vielleicht als Hostel durchgehen würde, ein und machten uns ans Abendessen. Es gab, wie die letzten Tage, Lagman und überraschenderweise Pommes Frites!
Geschlaucht von der Höhe (wir waren immer noch auf 3600 Meter Seehöhe) fielen wir in unsere etwas kargen Betten, und versuchten, etwas Schlaf zu finden. Der morgige Tag hatte noch höhere Pässe im Talon, worauf wir uns aufgrund der Kopfschmerzen nicht wirklich freuten. Aber wegen dem Ausblick und der Bilder doch ein wenig :-)

































































