Das Logbuch
Tag 3: England, Battersea Park
Die vergangene Nacht hat sich als Endzeit-Szenario präsentiert: Blitz, Donner, Regen und noch mehr Donner haben uns einige schlaflose Stunden beschert. Nach dem ersten Gewitter haben wir ein paar Stunden schlaf abbekommen, aber spätestens mit Einsetzen des zweiten Gewitters um 3 Uhr morgens waren wir wieder alle vier hell wach!
Dennoch war die Laune am Morgen ungetrübt: Wir packten alle (durchnässten) Sachen in unser Rally-Auto und machten uns auf, einen McDonalds mit WLAN zu finden. Aus gutem Grund: Via unserem GPS-Messenger kamen Nachrichten aus der Heimat, dass wir mit einen Artikel in den Oberösterreichischen Nachrichten vertreten sind! Und siehe da, auf der letzten Doppelseite des Reise-Magazins der Wochenend-Ausgabe schreiben die OÖN über unser Abenteuer, inklusive schönen Bildern! Hier der Link zur Online-Ausgabe:
http://www.nachrichten.at/reisen/So-wild-wird-es-schon-nicht-werden;art119,1444668
Vielen Dank an Reini und Volker von den OÖN für den tollen Artikel!
Nachdem wir wieder gratis WLAN (und Frühstück) konsumiert hatten ging's Richtung London, was wir auch schnell erreichten. Nahe dem Battersea Park, wo der Start der Mongol Rally 2014 stattfindet, sahen wir das erste Rally-Team, und folgten ihm unauffällig in der Hoffnung, dass sie besser wissen wohin sie fahren müssen als wir ;-)
Unsere Vermutung trügte nicht, und bald standen wir am Parkplatz des Battersea Parks, wo rund 20 andere Teams auf die Öffnung der Tore zum Start-Gelände warteten. Um 15 Uhr war es dann soweit: Wir durften in den Park fahren. Prompt gestatteten uns die Einweiser einen Platz in der zweiten Startreihe - was sicher unseren tollen Stickern von unseren noch tolleren Sponsoren zu verdanken ist!
Die Vorfreude und Aufregung war in der Luft zu spüren - gegen Abend fanden sich über 150 Teams bei über 30 Grad Hitze im Battersea Park ein. Wir knüpften erste Freundschaften und plauderten mit anderen Teams über Route, Auto und Ausstattung. Der Anblick der anderen Autos tat unserer Aufregung gut: Wir sind definitiv nicht das schlechtest-ausgestattete Team, und Brundo schlägt sich auch in der Konkurrenz nicht schlecht! ;-) Alte Fiat Pandas, viele Nissan Micra, drei Citroen 2CV, VW Käfer, Minis, Ladas, Suzukis und sogar eine Stetch-Limousine finden sich unter den Startern.
Wie aus vergangenen Jahren bekannt wurde auch dieses Jahr das Team mit dem best-vorbereiteten Auto würdig gekührt, und wir dürfen erfolgreich verkünden, dass wir den Preis gottseidank nicht gemacht haben: Ein Team mit einem riesigen Fort Transit dürfen eine goldene Waschmaschine (Gold ist nicht echt, Waschmaschine jedoch schon) nach Ulanbaatar tragen!
Nach diesem spannenden, interessanten, und lustigen Tag freuen wir uns noch mehr auf den Start, denn morgen geht's endlich los Richtung Mongolei!
Tag 2: Belgien, Frankreich, England
Heute Freitag haben wir bei Andreas in Brüssel noch gut gefrühstückt, ehe wir uns Richtung United Kingdom von Brüssel verabschiedet haben. Wie es sich für waschechte Touristen gehört, haben wir natürlich noch ein obligatorisches Foto vor dem Atomium geschossen.
Der Weg zur Fähre in Calais war nicht sehr lange, und ein Besuch bei unserem Stamm-Lokal hat uns für die Ärmel-Kanal-Überfahrt bestens gestärkt.
Die Fähre von Calais nach Dover an sich war zwar "nur" ein riesiges Schiff mit zwei Decks voller LKWs und Autos auf sechs Spuren, jedoch hat es uns der Hafen von Calais angetan: Mehr als 900 (!) Spuren führen auf die sechs-spurigen Schiffe. Unserem Mantra der waschechten Spar-Touristen treu begaben wir uns auf dem Schiff Richtung Shop, um über Patricks Schulter einige Fotos von britischen Reise- und Campingplatz-Führern zu machen. Das sich diese riskante Aktion nicht wirklich bezahlt gemacht hat wird sich erst später herausstellen.
In Grossbritannien angekommen warf sich Marco sofort ans Steuer, und musste mit Erschrecken feststellen, dass die Engländer auf der falschen Strassenseite fahren! Wie es sich für einen Pregartner gehört nahm er sich sofort zum Ziel, die englische Bevölkerung von den Vorzügen des Rechtsverkehrs zu überzeugen. Erste praktische Demonstrationen des Rechtsverkehrs kamen jedoch nicht sehr gut an, und wurden mit Lichthupen und verwirrenden Handzeichen abgetan. Fairerweise muss man erwähnen, dass sich die britischen Fahrer, die uns zuvor Licht gespendet und mit ihren Händen verwünscht hatten, beim zweiten Blick auf unser Auto sofort wieder im Griff, und ein verständnisvolles Lächeln parat hatten.
Bewaffnet mit den Spion-Fotos der Campingplatz-Führer machten wir uns auf die Suche nach einem passenden Camping-Platz in der Region zwischen Dover und Calais. Leider erwiesen sich die Fotos als komplett misslungen, und so konnte uns nur ein kurzer WLAN-Besuch in unserem Stamm-Lokal vor einer Nacht auf einem Parkplatz im Auto retten. Als nächste Hürde stellte sich die Eingabe britischer Adressen in unser Navi (ja, für die Reise nach London haben wir ein Navigations-Gerät dabei) heraus, die als unmöglich eingestuft werden muss. Per Zufall kamen wir an einem Camping-Platz in der Nähe von Maidstone vorbei, in den wir uns kurzerhand eingemietet haben.
Die Rezeptionistin wies uns netterweise auf die Ruhe-Bestimmungen des Campingplatzes und das freitägliche Angebot an Fish & Chips hin. Als brave Camper halten wir uns natürlich an jegliche Ruhezeiten, und nahmen nach einem ersten Test unseres Camping-Kochers auch noch eine Portion Fish & Chips in Angriff. Blauäugig stürzten wir uns in das Abenteuer britischer Kulinarik, und bestellten unsere drei Portionen natürlich mit Salt and Vinegar (Salz und Essig)! Gespannt öffneten wir die Speise-Boxen, und mussten nach drei Bissen feststellen, dass der schlechte Ruf der britischen Küche leider mehr als berechtigt ist. Nur durch hinzufügen von mitgebrachtem Felix Ketchup konnten wir das Gericht retten.
Nun bereiten wir uns auf die erste Nacht im Zelt vor, und hoffen, dass uns die sich nähernde Regenwolke anders entscheidet als über uns hängen zu bleiben.
Tag 1: Österreich, Deutschland, Niederlande, Belgien
Über den ersten Tag auf der Strasse, hauptsächlich Deutsche Autobahn, gibt's leider nicht viel zu erzählen ;-) Nachdem Dominik Patrick und Marco um 8 Uhr morgens eingesammelt hat, ging's erstmal auf die Waage! 1580 Kilogramm ohne Passagiere wiegt Bruno, was zwar leicht über dem zugelassenen Höchstgesamtgewicht liegt, aber das soll uns nicht stören ;-)
Die heutige Etappe führte uns bis Passau, dann auf der A3 bis nach Köln, und weiter nach Brüssel, wo wir netterweise bei Andreas, einem alten Schulkollegen von uns, übernachten dürfen.
Wie gesagt gibt es von der Deutschen Autobahn nicht allzuviel zu berichten, ausser, dass die zuständigen Planungs- und Baubehörden wohl vergessen haben, die Hügel zwischen den Tälern der Autobahn anzupassen! So hätten sie das ständige auf und ab der Autobahn vermeiden können - Patrick wurde sogar ein bisschen schlecht (aber wohl eher vom Gedanken an den nächsten Hügel)!
Speziell zu erwähnen ist das über 150 km lange Wettrennen, dass sich Marco mit unserem "Baustellen-Buddy", einem offensichtlich ebenso schwer untermotorisierten, orangen Nissan geliefert hat. Die unzähligen Baustellen lieferten die perfekte Rennstrecke, da die Geschwindigkeit für alle Teilnehmer auf 80 km/h beschrenkt war! Marco trug nach einer mehr als 90-minütigen Schlacht den Titel des "Baustellen-Champs" im Duell mit unserem Baustellen-Buddy nach Hause - wir sind stolz!
















































































