wir haben es geschafft!         am 16.08.2014 haben wir die ziellinie in ulaanbaatar erreicht!            im logbuch kannst du alles ueber unser abenteuer nachlesen!

Das Logbuch

R.I.P. Rechter Schmutzfänger

Patricks rücksichtslose Fahrweise forderte heute ein weiteres Opfer: Nach einigen Kilometern fiel uns ein Klappern auf, und nach einem kurzen Stopp fanden wir unseren letzten verbleibenden Schmutzfänger lieblos am Boden streifend:

Unser ehemaliger rechter Schmutzfänger

Aus Zeitgründen konnten wir ihm leider kein Begräbnis wie beim ersten Verlust gestatten, wir nehmen ihn jedoch am Dach weiter bis nach Ulaanbaatar mit.


Tag 13: Russland, Kasachstan

Kasachstan lautete heute das Ziel, als wir wiedermal in unserem Auto aufwachten. Die Nacht war für alle drei nicht sehr angenehm - aus irgendeinem Grund haben wir nicht gut geschlafen. Die Strassen waren anfangs nicht schlecht, und je näher wir uns Kasachstan näherten, desto besser wurden sie.

Wir kamen in der Stadt Volgograd, früher Stalingrad vorbei, wo wir ein letztes Mal ein McMenü genossen, denn in den kommenden Ländern gibt es leider kein McDonalds (und damit auch weniger WLAN) :-(

Volgograd, ehemals Stalingrad (und vielleicht auch zukünftig wieder?)

In der Stadt selber gab es leider nicht viel zu sehen. Doch dafür war die Ausfahrt aus der Stadt um so aufregender, und das im wahrsten Sinn des Wortes: An einer Kreuzung, die wir mit 100%iger Sicherheit richtig befahren hatten, machte es plötzlich einen Knall und vor uns drehte sich ein beiger Lada. Marco, zu dem Zeitpunkt am Lenkrad, hatte erfolgreich ein Duell mit einem russischen Auto an einer Kreuzung gewonnen :-)

Unfall mit einem Lada
Bruno: 1, Lada: 0 :-)

Wir hüpften aus unserem Auto, begutachteten Bruno, als wäre er unser eigenes Kind (ist er ja quasi auch), stöhnten und schimpften in bestem Englisch und Mühlviertlerisch. Der Russe, den wir voll im hinteren Teil seines Ladas getroffen hatten, stand da und sagte irgendetwas auf Russisch. Wir ignorierten ihn, schimpften weiter und taten, als ob wir ihn nicht verstehen (haben wir auch nicht). Nach ein paar Minuten des Nerven-Kampfes gab er schließlich auf, setzte sich zu seiner blonden Freundin ins verbeulte Auto, und fuhr weiter. Erleichtert, und ohne sichtbare Konsequenzen für Bruno, machten auch wir uns weiter auf unsere Route.

Auf dem Weg zur Kasachischen Grenze kamen wir noch an einem anderen Rally-Team, dessen Namen wir uns leider nicht gemerkt haben, vorbei. Die zwei Schotten, Vater und Sohn, waren sehr freundlich, und wir plauderten kurz über ihr Auto und die vorhergegangene Grenze.

Vater und Sohn aus Schottland

Kurz vor der Grenze passierten wir eine Kuriosität: Eine schwimmende Brücke, die mit dem Auto befahrbar ist! Für umgerechnet 30 Cent durften wir sie befahren - sehr wackelig, etwas rutschig und definitiv nicht in bestem Zustand.

Eine Brücke, die schwimmt!

Der Grenzübertritt gegen 17:30 Uhr war problemloser als erwartet: Die Russische Seite sah eher nach einem Kebap-Stand als einem Grenzposten aus, und die Schlange vor der Kasachischen Seite war nicht sehr lange. Nach einer Stunde Wartezeit kamen wir endlich dran, und die sehr junge Besatzung des Grenzpostens war sichtlich amüsiert, aber auch etwas überfordert von unserem Erscheinen. Gottseidank konnte einer der Soldaten etwas Englisch, und so konnten wir mit vereinten Kräften der Passkontrollfrau erklären, wer wir sind, woher wir sind und welche Farbe unser Auto hat. Nachdem alles geklärt war kam noch eine kurze (und mehr als lückenhafte) Kontrolle unseres Autos, und wir waren in Kasachstan! :-)

Doch auch hier wurde unsere Freude gleich zweifach verdorben: Nach rund 100 Metern winkte uns ein Polizist zur Seite - wir hätten ein (im Nachhinein quasi unsichtbares) Stop-Schild übersehen, und er machte mit den Worten "Protokol" und "Bank" gleich klar, was er wollte. Wie immer stellten wir uns dumm, und entkamen der Strafe nach ein paar Minuten lächeln.

Der zweite Schreck waren die "Strassen"-Verhältnisse in Kasachstan. Bis zur Grenze führte noch eine neue Autobahn, doch was danach kam, kann man nicht Strasse nennen: Mehr Schlaglöcher als Asphalt, und das Bankett war besser befahrbar als die Fahrbahn ansich! Wir kämpften uns noch rund 40 km ins Landesinnere, ehe wir im Auto (Marco) und Zelt (Patrick und Dominik) übernachteten.

Auf diesen letzten 40 Kilometern sahen wir noch ein bisschen das "Gesicht" von Kasachstan: Wenige Häuser, ein paar Lehm-Hütten, Kamele und Öl-Felder. Die Leute fahren hier als wären keine Schlaglöcher da, und winken uns fast immer freundlich zu! Morgen schaffen wir es hoffentlich bis in die nächste grosse Stadt, denn eine Dusche und etwas hochwertiger Benzin wären nicht schlecht ;-)


Tag 12: Russland

Geschockt vom tragischen Verlust unseres linken Schmutzfängers machten wir uns auf den Weg Richtung Volgograd. Die Strassen in Russland sind besser als erwartet - man könnte schon fast von "gut" sprechen!

Was uns aber heute eher interessierte war die Umgebung: Wir fuhren durch wunderschöne Landschaften, alles sehr flach, mit riesigen Sonnenblumen-Feldern, kleinen Wäldern und großen Flüssen. Man kann zwar noch nicht von Steppe sprechen, aber es sieht zum Teil sehr trocken aus, auch Schilder, die vor Waldbränden warnen, haben wir gesehen.

Die Strassen sind hier immer sehr gerade, manchmal 10 km komplett schnurgeradeaus, und durch das leichte auf und ab bekommt man einen schönen Ausblick. Durch viele Ortschaften kamen wir leider nicht, auch Tankstellen und kleine Märkte werden stetig weniger.

Für die Nacht haben wir uns wieder dazu entschlossen, etwas abgelegen von der Hauptstrasse auf einem Feldweg zu parken, und im Auto zu schlafen. Es soll eine ruhige Nacht werden, wenn auch eine kurze: Nach den über 1000 km, die wir heute zurückgelegt haben, trennen uns morgen noch rund 600 km von der Kasachischen Grenze, die wir am Nachmittag erreichen wollen. Nach den Erlebnissen an der Moldawisch-Ukrainischen Grenze haben wir uns vorgenommen, zukünftig nur mehr bei ausreichend Tageslicht die Grenzposten zu überqueren, und so etwas Bestechungsgeld zu sparen ;-)


R.I.P. Linker Schmutzfänger

Heute morgen wurden wir von einem tragischen Verlust quasi aus dem Schlaf gerissen:

Die tragische Entdeckung am Morgen

Unser linker Schmutzfänger hat wohl das Einparkmanöver am Vorabend nicht gut vertragen, und beschloss, dass sich unsere Wege trennen würden...

Wie es sich gehört haben wir ihn gleich an Ort und Stelle im Kornfeld begraben. Nach drei Minuten aber gönnten wir ihm die Auferstehung, und beschlossen, ihn am Dach mit nach Ulaanbaatar zu nehmen - der Vollständigkeit halber!

Die Beerdigung und Wiederauferstehung unseres linken Schmutzfängers

Leider müssen wir die Reise ab jetzt ohne linken Schmutzfänger bestreiten, es bleibt uns wenigstens noch der zweite...