wir haben es geschafft!         am 16.08.2014 haben wir die ziellinie in ulaanbaatar erreicht!            im logbuch kannst du alles ueber unser abenteuer nachlesen!

Tag 19: Tajikistan - Pamir Highway 2

Getrügt von der lauten Kulisse am Vorabend haben wir uns diesmal keinen Wecker gestellt - und sind gleich mal eine Stunde zu spät aufgewacht! Das "Frühstück" bestand wiedermal aus Spiegelei und Wurst, und wir konnten uns dazu überwinden, sogar etwas zu probieren. Unser Fokus lag aber auf etwas ganz anderem: Unseren Auto-Problemen.

Das Guesthouse im Nirgendwo

Wir machten uns so schnell es ging fertig, und hielten den jungen Homestay-Betreiber dazu an, uns zum versprochenen Mechaniker zu bringen. Das tat er auch, und was dann passierte, war legendär!

Der Mechaniker, um die 45 Jahre alt, schaute sich unser Auto kurz an, und wusste sofort, wo es hakt: Der Gummi des hinteren linken Achsen-Lagers war hinüber. Er machte eine kurze (sehr rasante) Probefahrt, und führte uns dann in seine Freiluft-Werkstatt, gleich neben dem Fluss. Er konnte kein Wort Englisch, und der Homestay-Guy verschwand auch ziemlich schnell wieder.

Plötzlich kamen einige Militär-Männer, von denen einer offenbar sein Auto hier zur Reparatur hatte. Zuerst schauten sie etwas böse, doch ehe wir was sagen konnten, hatten wir schon eine Suppenschüssel mit warmen, Tajikischen Bier aus der 2-Liter-Plastik-Flasche in der Hand und tranken mit den Militärs auf den guten Morgen :-)

Sichtlich angeheitert vom schnell getrunkenen Bier machten sich der Mechaniker, Patrick und Dominik auf, um in einem nahe gelegenen "Shop" das benötigte Gummi-Teil zu kaufen. Die Fahrt war sehr rasant, und natürlich gab es keine Sicherheitsgurte im Jeep des Mechanikers. Der "Shop" war eine alte Tankstelle (zumindest konnte man es erahnen, dass es eine sein sollte), doch der Schein trügte: In einem Raum, der nicht größer als 10 Quadratmeter war, hatte der Betreiber allerhand Ersatzteile schön aufgeschlichtet, und grub das passende Gummilager hervor! Wir waren etwas erstaunt von unserem Glück, und der Mechaniker wohl auch ;-)

Zurück in der Freiluft-Werkstatt versuchte der Mechaniker, das alte Lager mit allen Mitteln zu entfernen: Brechstange, Messer, Flex, und schließlich mit einem Schweißbrenner. Es gelang ihm auch, und mit etwas Modifikation des wohl zu großen Ersatzteils war unser Auto nach drei Stunden wieder fit!

Doch noch ließ er uns nicht fahren: Er ludt uns noch zum Mittagessen und Tee ein, und wie erwartet (oder befürchtet?) gab es nach Dushanbe und dem "Homestay" wieder eine Lagman-Suppe. Zum Essen gesellten sich noch ein paar alte Herren aus der Nachbarschaft, und auch ohne Englisch-Kenntnisse ihrerseits unterhielten wir uns gut! Dann packte Patrick auch noch den mitgebrachten Birnen-Schnaps aus, und die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt ;-) Nur wussten die Tajikischen Herren nicht, dass man Schnaps in kleinen Mengen aus Stamperl trinkt, und so wurden auch hier wieder die Suppen-Schüsseln ausgepackt und gleich mal halbvoll mit Schnapps angefüllt, und prompt ausgetrunken.

Wir bedankten uns nochmal herzlich, bezahlten umgerechnet 30 US-Dollar für die Reparatur-Leistung, und machten uns (in Patricks und Marcos Fall leicht beschwippst) auf den Weg weiter den Pamir Highway entlang.

Die Strassen wurden mal besser, mal schlechter, und am Nachmittag erlebten wir den nächsten Rückschlag: Einem Reifen ging nach ein paar harten, steinigen Passagen die Luft aus! Wir hatten natürlich sofort unseren Ersatzreifen parat, und so konnte die Reise Richtung Khorog weitergehen.

Die Landschaft, durch die wir fuhren, war spektakulär: Hohe Gipfel, zum Teil etwas überzuckert mit Schnee, und tiefe, dunkle Täler. Kleine Ortschaften folgten auf noch kleinere Ortschaften, und die Leute, die zum Teil am Strassenrand standen, schauten alle sehr erstaunt (wohl über unser etwas unpassendes Gefährt).

Nach einigen Stunden Fahrt machten wir schlussendlich an einem See-Ufer halt, und packten wiedermal unser altbewährtes Zelt aus, in dem wir die Nacht unter schönstem Sternenhimmel verbrachten.