wir haben es geschafft!         am 16.08.2014 haben wir die ziellinie in ulaanbaatar erreicht!            im logbuch kannst du alles ueber unser abenteuer nachlesen!

Das Logbuch

Bilder des Vortrags online

Nachdem wir das Ziel in Ulaanbaatar am 16.08.2014 erfolgreich erreicht hatten, haben wir die schönsten Bilder und Geschichten in einem Vortrag ("Eine halb-ernste Reise-Nachbesprechung") zusammengefasst. Um auch Interessierten, die nicht persönlich zum Lichtbild-Vortrag in Tragwein im April 2015 kommen konnten, daran teilhaben zu lassen, finden sich unten alle Bilder. Fährt man mit der Maus über ein Bild, so wird bei vielen Bildern zusätzlich eine kurze Erklärung eingeblendet.

Zusätzlich kann die Präsentation - mit allen Bildern und Kommentaren - als PowerPoint- oder PDF-Datei unter folgenden Links heruntergeladen werden:

Viel Spass mit den schönsten Impressionen unserer Reise! :-)


Vortrag am 20.03.2015 in Tragwein

Viele haben uns gefragt, manche sogar angebettelt, und nun ist es endlich soweit: Wir halten eine öffentliche Reisenachbesprechung, getarnt als Lichtbildvortrag, am 20. März 2015 im Kulturtreff Bad in Tragwein ab!

Sei dabei und hör/sieh dir an, was es heisst, mit einem 80PS 1,6 Tonnen Fiat Stilo in den Tajikischen Bergen über 4700 Meter Seehöhe rumzufahren, oder was man tut, wenn einem dann auch noch das Achslager bricht. Lerne über den Umgang mit betrunkenen Grenzbeamten nach Mitternacht, die Überquerung von Flüssen mit einem nicht Fluss-tauglichen Auto, und über die verkruxte Beziehung zwischen einem heissem Auspuff in der mongolischen Wüste und seiner hübschen Nachbarin, dem Benzintank aus Plastik.

Patrick's unermüdlicher Drang 'gen Osten, Marco's interessante Abendrituale und Dominik's scheinbar unaufhaltsamer Leichtsinn werden ebenso thematisiert wie Lessons learned beim Klogehen in Kasachstan (Stichwort: Wind), Navigieren in Moldawien, und Tanken in Usbekistan.

Zwischen staunen, lachen, weinen, fluchen, und starkem Fernweh ist alles möglich, also iss davor bitte nicht zu deftig, denn das wird one hell of a ride! ;-)

The Baatarnators
Flyer vorne
The Baatarnators
Flyer hinten

Wir freuen uns auf dein kommen, und hoffen, du bist bereit für ein echtes Abenteuer!

PS: Wir nehmen selbstverständlich für Schnellentschlossene ein paar Anmeldeformulare für die nächste Mongol Rally mit ;-)


Tag 31: Mongolei 5

Mit einem Loch im Tank aufzuwachen ist nicht sehr angenehm, besonders nicht wenn man der Ziellinie so nahe ist!

Ausblick an unserem Camping-Spot

Am Besuch der Morgentoilette entdeckte Dominik einen Stierschädelknochen (oder so), der wie geschaffen für Bruno war! Mit ein paar Kabelbindern und Draht machten wir das neue Highlight an Brunos Front fest, und hofften, so das Benzinleck etwas verkleinern zu können.

Bruno mit einer neuen Verzierung

Leider klappte das nicht :-( Wir packten alles, und Jordan zog unseren Bruno in den nahegelegenen Ort, um auf den Mechaniker zu warten.

Wir warteten und warteten, doch der Mechaniker tauchte nicht auf! Anstelle des Mechanikers aber tauchte jemand anderer auf: Das Team "12 Steppe Program" mit den drei netten Amerikanern fuhr vorbei, und blieb prompt stehen, um uns Hilfe zu leisten!

Erfreut über den netten Zuwachs unserer Verzweiflungs-Gruppe beschlossen wir, nicht weiter auf den Mechaniker zu warten und das Auto selber zu fixen! Zuerst musste der Auspuff ab: Mit einem Schraubenzieher als Meißel schlug Jordan den Katalysator kurz und klein, und wir rissen das gesamte Teil einfach herunter. Danach war der Endtopf dran, und wurde mit einigen sehr kräftigen Hammerschlägen gewaltvoll entfernt. Nun ging es an das Loch: Mit Superkleber, Papiertüchern, einem gummierten Handschuh und der Plakatfolie eines unserer Sponsoren (Sorry und Danke, dataphone!) klebten wir das Loch nach bestem Wissen und Gewissen zu, und verklebten das ganze dann noch mit jeder Menge Duck-Tape.

Team Why Not?, Team 12 Steppe Program und Team The Baatarnators bei der morgentlichen Autoreparatur

Nun gab es kein Halten mehr: Auf zur nächsten Tankstelle, vollgetankt, und so schnell es ging Richtung Ziel! Doch nach 150 km war der Tank schon wieder leer, und wir mussten auf die Abschleppkünste von Jordan und Nicole zurückgreifen...!

Die letzten Kilometer

Die letzten 50 km abgeschleppt zu werden ist zwar nicht ideal, aber in dem Fall war es sehr amüsant: Jordan fuhr bis zu 80 km/h, um seinen Micra möglichst viel Kühlluft zu verschaffen, dahinter Bruno kurz angebunden, und dahinter die Amerikaner mit Dominik im Auto. Wir überholten sogar einen Tank-LKW, nur um mit ihm dann eine kilometerlange Wettfahrt zu veranstalten, während wir abgeschleppt wurden ;-)

Wettrennen
Wettrennen zwischen einem Mongolischen Benzinlastwagen inkl. Anhänger und dem Gespann aus Nissan Micra und Fiat Stilo

Doch beim letzten Anstieg vor der Hauptstadt der Mongolei riss das Abschlepp-Seil, und wir mussten halt machen. Mit einem Knoten repariert ging es daran, die Kisten wieder zum Laufen zu bringen, was bergauf nicht mal Jordans Nissan Micra schaffte: Nur mit Anschieben der Amerikaner von hinten gelang es, Bruno wieder in Bewegung zu setzen!

Der letzte Anstieg

Nach spannenden Minuten sahen wir es endlich: Den Wegweiser zur Ziellinie! Wir bogen noch einmal ab, und standen plötzlich vor dem "Mongol Rally Finish Line - Car Graveyard"-Schild! Die Stimmung war sehr gut, und wir feierten unseren "Einritt" mit lautem Hupen und Jubel!

Jordan zog uns noch ein letztes Mal (und die Amerikaner schoben an), um gemeinsam auf die Ziel-Rampe zu kommen! Wir hatten es geschafft: Dank der großen Hilfe von Jordan, Nicole, Angela, Alec und Dan haben wir die Ziellinie der Mongol Rally 2014 erreicht :-)

Siegerfoto
Team "Why Not?", Team "12 Steppe Program" und Team "The Baatarnators" haben es gemeinsam geschafft!

Nach der kleinen Siegesfeier (wir fühlten uns natürlich wie Sieger) mussten wir die harte Entscheidung treffen, ob wir Bruno aus Litauen abholen, oder ihn verschrotten zu lassen. Mit den vielen Wewehchen, die unser Rally-Car erlitten hatte, dem kaputten Tank, der defekten Benzinpumpe und dem fehlenden Auspuff fiel die Entscheidung zwar nicht leicht, aber dennoch haben wir uns dazu entschieden, Abschied von unserem treuen Rally-Gefährt zu nehmen :-/

Abschied von Bruno

In Ulaanbaatar angekommen gingen wir auf die Suche nach einem Hotel, und belohnten uns für die tolle Reise mit einer Nacht im 5-Sterne-Hotel Ramada ;-)

Wir möchten uns nochmal bei allen Sponsoren, Familien, Freunden, Teams und sonstigen Helfern bedanken, dass sie es uns ermöglicht haben, diesen Traum zu verwirklichen! :-)

The Baatarnators
Ein großes Dankeschön an alle!

Dieser Beitrag stellt das Ende der Rally-"Live"-Berichterstattung dar, aber noch lange nicht das Ende unseres Logbuches: In den kommenden Tagen und Wochen werden wir weitere Eindrücke niederschreiben und festhalten, wie etwa die Autos, die wir auf den rund 17.000 km gesehen haben, die Strassenverhältnisse, und Statistiken zu gefahrenen Kilometern, Höhe und Benzinverbrauch.


Tag 30: Mongolei 4

Die Nacht war wirlich mehr als ruhig, denn wir waren rund einen Kilometer von der Strasse und hinter einem Hügel versteckt gut geschützt. Der Sternenhimmel war unbeschreiblich klar, und wie auch die letzten Tage weckte uns lediglich die Mongolische Morgensonne :-)

Wir beschlossen, die letzten Meilen bis ins Ziel, rund zwei Tage, gemeinsam mit Nicole und Jordan zu fahren, was vor allem in unserem Interesse - wegen der Autoprobleme und ihren Abschleppkünsten - lag. Nach ein paar Stunden waren uns Jordan und Nicole etwas voraus, bis wir sie an einer Art Denkmal vor einem Ort wiedersahen (sie machten gerade lustige Fotos vor dem schönen Hintergrund). Als wir zu ihnen kamen sahen wir auch noch zwei andere Teams, wie sie auf den Ort zufuhren: Zwei Schweden, die wir bereits an der Mongolischen Grenze kurz getroffen hatten, und ein zweites Team aus Engländern.

Fotoshooting und Meetingpoint

Sie kamen zu uns, wir plauderten ein bisschen, und fuhren gemeinsam in den 4 km entfernten Ort, wo wir tankten und einen Supermarkt besuchten.

Der Weg zum Dorf

Ein (sehr grosser!) Mongolischer Supermarkt

Die Landkarte versprach bessere Strassen ab dem Ort, und so war es auch: Nach umgerechnet 45 Cent Benützungsgebühr durften wir auf einer frisch asphaltierten Strasse rund 100 km verbringen, was nicht nur uns, sondern auch Bruno gut tat. Wir verloren die Schweden und Engländer relativ schnell, da sie ein schnelleres Tempo hatten.

Rund eine Stunde nach dem Ort bogen wir ab und fuhren etwas abseits der neuen Strasse, um einen Blick in ein echtes Yurt zu werfen und mit der dort wohnenden Familie ein Foto zu machen. Jordan fragte einfach beim erstbesten Yurt nach, und siehe da: Sie waren sehr freundlich und sehr fotogen :-)

Ein Kurzbesuch bei einer Mongolischen Familie

Gemeinsam mit Jordan und Nicole fuhren wir einige Stunden, bis wir zu einem Pferdedenkmal kamen, welches wir uns ansahen. Leider verstanden wir kein Wort auf den Tafeln, und so konnten wir nur raten, worum es sich bei diesem Denkmal handelte ;-)

Das Autofahren machte, nachdem wir nun zwei Tage lang eher schlechte Strassen hatten und Bruno schwer gelitten hat, auf den neuen Strassen echt Spass!

Autofahren auf guten Strassen in der Mongolei

Unser Plan für den Tag war, dass wir bis 200 km vor Ulaanbaatar fahren und dort campen, um am kommenden Tag bequem um die Mittagszeit die Ziellinie zu erreichen.

Unweit eines kleinen Ortes, ziemlich genau diese 200 km vom Ziel entfernt, suchten wir uns einen passenden Platz am Fuss eines Hügels neben der Hauptstrasse. Doch rund 20 Meter vor dem anvisierten Plätzchen gab Bruno plötzlich wieder den Geist auf! Wir checkten das Auto - es war wieder die Sicherung - und bei genauerem Hinsehen entdeckten wir böses: Benzin tropfte von der Unterseite unseres Autos!

Eine genauere Inspektion ergab, dass sich das Hitzeblech des Auspuffs verbogen und vertschüsst hatte, und der Auspuff einen Teil unseres (Plastik-)Benzintanks geschmolzen hatte! Es entstand ein etwa Cent-Stück-grosses Loch im Tank, und der Benzin tropfte...! Nicole fuhr mit Patrick im roten Nissan Micra in den nahegelegenen Ort, um einen Mechaniker aufzutreiben. Leider schlief dieser schon, doch man versprach uns Hilfe am kommenden Tag.

Wir konnten also an diesem Abend nichts mehr richten, und begnügten uns mit diesmal zwei Gängen Instant-Nudeln und Ravioli :-) Der Schlaf war diesmal hin- und hergerissen, zwischen Freude über die nahende Ziellinie, und Ratlosigkeit wegen dem doch sehr großen Loch in unserem Benzintank.