wir haben es geschafft!         am 16.08.2014 haben wir die ziellinie in ulaanbaatar erreicht!            im logbuch kannst du alles ueber unser abenteuer nachlesen!

Tag 18: Tajikistan - Pamir Highway 1

Voller Motivation machten wir uns heute Morgen ans Frühstücken, um dort einen Australischen Consultant in Rente, der in Frankreich lebt und in Genf bei UNICEF arbeitet, zu treffen, und mit ihm über die Tajikische Innenpolitik zu diskutieren.

Der Garten unserer Unterkunft

Heute sollte uns Bruno in die Pamir Region bringen, wo wir endlich wieder Berge sehen sollten. Doch nach rund einer Stunde sollten unsere Pläne schon über den Haufen geworfen (bzw. etwas abgeändert) werden: Ein Polizist hielt uns an und erklärte uns in bestem Tajikisch, dass wir auf keinen Fall auf der M41 nach Khorog fahren können, und einen Umweg machen müssen.

Der Umweg war auf unseren Landkarten eingezeichnet, und so glaubten wir ihm und schlugen eine etwas südlichere Route ein. Was dann kam, war schön und nicht schön zugleich.

Zuerst war Dominik für zwei Stunden dran, und die Strassen führten durch eine schöne Berg-Region mit kleinen Dörfern und malerischen Strassen. Marco kam danach ans Steuer, und die Strasse wurde etwas rauher. Zwei Stunden später trat Patrick seine Fahrt an, und es sollte die (bisher) schlimmste seines Lebens werden: Eine ewig lange Baustelle führte durch sehr hohe Berge, und die Strasse war schlimmer als unbefahrbar! Es war ein zweistündiger Kampf, und auch Bruno kämpfte hart! Patrick hat den Kampf zwar gewonnen, aber Bruno leider verloren, denn unser linkes hinteres Achsen-Lager machte schlimme Geräusche! Wir wussten aber lange nicht, woher das Geräusch kam, und wir waren ja schließlich mitten im Nirgendwo an der Tajikisch-Afghanischen Grenze.

Nach Patricks Horror-Trip war wieder Dominik dran, um den Kampf gegen die absolut unbefahrbare Strasse weiterzuführen. Die Strasse war so gebaut, als ob man das Gegenteil einer Strasse kreieren wolle: Unglaublich viele Löcher, schiefe Fahrbahnen, einspurig mit Gegenverkehr, Sand und Geröll überall, und unüberwindbare Kurven mit riesigen Abgründen daneben. Doch nach rund einer viertel Stunde sollte sich das Blatt wenden, und zwar gewaltig.

Wir kamen zu einer Brücke, die offenbar nach Afghanistan führte, und ab da an war die zuvor unbefahre Strasse komplett saniert und zu einer zweispurigen, toll beschilderten und gesicherten Strasse umgebaut worden. Die nächsten 80 Kilometer waren die schönste Strasse, die wir jemals gesehen haben! In einem Tal zwischen Afghanistan und Usbekistan, entlang am Grenzfluss, der die beiden Länder teilt, führte eine komplett neue Strasse mit schönen Kurven durch ein wunderschönes Gebiet, das ständig durch riesige Berge umrahmt war. Mit offenen Fenstern und gutem Tempo fuhren wir muttersehlenallein und überglücklich über die gute Strasse Richtung Khorog.

Nach diesen rund 80 Kilometern kamen wir zu einem Kontroll-Posten des Militärs, wo wir wieder registriert (aufgeschrieben) wurden, und die Strasse wurde wieder schlechter. Wir hielten zweimal, um uns das Achsen-Geräusch-Problem anzusehen, konnten aber keinen Fehler finden. Nach einer weiteren Stunde kamen wir nach Qala-Kunb, wo unsere Umwegs-Strasse wieder zur M41 kam. Hier hofften wir, einen Menchaniker zu finden, der unser Problem lösen kann. Im Dorf waren sehr viele Menschen, und bei der Frage nach einem Mechaniker, die wir einem Polizisten stellten, kamen sofort viele interessierte Dorf-Bewohner, und wir plauderten über unser Problem und unsere Reise. Plötzlich gingen Lautsprecher an, und die Bewohner wurden zum Abendgebet gerufen. Die älteren Bewohner verabschiedeten sich und gingen in die Moschee, die gleich neben uns war. Die jüngeren Bewohner blieben und versuchten mit Witz, unser Auto zu kaufen oder gegen einen Opel, von denen es sehr viele in Tajikistan gab, zu tauschen. Wir lehnten natürlich dankend ab ;-)

Ein junger Kerl fuhr uns mit dem Fahrrad hinterher, um sein "Homestay" zu bewerben. Wir nahmen das (mit 15 $ pro Person zwar überteuerte, aber im Nachhinein glückliche) Angebot an, und er versprach uns auch einen Mechaniker zu besorgen. Sein "Homestay" war ein Zimmer in seinem Haus, welches man mit Worten kaum beschreiben kann (daher unten ein paar Bilder). Im Innenhof saßen drei Menschen und hatten Abendessen, und plötzlich sprachen sie Deutsch mit uns! Es war ein deutsches Ehepaar und ihr Kirgischer Reiseführer, der Germanistik studiert hatte und perfekt Deutsch sprach! Wir unterhielten uns lange, und tauschten Erfahrungen über die besuchten Länder aus.

Im sperrlich ausgestatteten "Zimmer" bezogen wir unsere Bett-losen Betten (weiche Unterlagen am Boden mit übergroßen Polstern), und ließen den Tag über unsere miserable Situation (irgendwo im Nirgendwo, Auto kaputt und kein richtiger Mechaniker in Aussicht, komisches "Homestay") scherzend und lachend zu Ende gehen.