Das Logbuch
Tag 7: Österreich, Ungarn, Rumänien
Als wir heute aufgewacht sind, war die Welt noch in Ordnung: Geweckt vom Duft des gewohnten Frühstücks, Kleidung aus dem eigenen Kleiderschrank genommen, aus dem eigenen Haus gegangen und die eigenen Eltern mit "Guten morgen!" gegrüsst. So wie jeder Tag normalerweise.
Aber heute war anders: Wir brachen nun endgültig Richtung Osten in die Mongolei auf!
In der Bundeshauptstadt angelangt besuchten wir die Abteilung der Erste Sparinvest, in der Dominik die letzten 10 Monate als Trainee verbracht hat. Wir wurden herzlich empfangen, plauderten, machten einige Fotos und verabschiedeten uns weiter Richtung Innenstadt, wo wir wieder auf Schnappschuss-Jagd gingen.
Die Route sollte uns heute nach Sibiu (Hermannstadt) in Rumänien führen, was sich als äusserst gutgläubig herausstellen sollte. Wir kamen zwar pünktlich gegen Mittag in Wien los, jedoch stellten wir uns spätestens in Rumänien auf eine Fahrt bei Dunkelheit ein.
Ungarn hat offensichtlich viel in seine Autobahnen investiert, was dazu führt, dass wir nur wenig über die Durchquerung dieses Landes erzählen können, ausser eben, dass die Autobahnen gut sind :-)
Ganz anders präsentierte sich Rumänien: Der Übermut durch das gute Vorankommen in Ungarn wurde ziemlich früh durch die äusserst schlechten Fahrverhältnisse in Rumänien gebremst. Zweimal standen wir im Stau, einmal wegen einem Bahnübergang, an dem jeder LKW über eine Minute brauchte, um über den schlechten Übergang zu fahren, und einmal wegen einem Lastwagen-Unfall in einem Tal, der mehrere Kilometer Stau ausgelöste.
Übermut bei den Baatarnators
Wie erwähnt wurde uns früh klar, dass wir unser ergeiziges Ziel Sibiu wohl nicht vor Sonnenuntergang erreichen würden, was sich auch als wahr herausgestellt hat: Wir kamen erst nach 23 Uhr (Mitternacht nach lokaler Zeit) in Sibiu an. Wie es sich für echte Rally-Fahrer gehört schulgen wir unser Zelt kurz vor Sibiu mitten in einem grossen Kreisverkehr auf. Nein Scherz: Wir gönnten uns für die brave Fahrt ein 4-Sterne-Hotel und schliefen wie Babys in unseren punkvollen Zimmern! Der bewachte Parkplatz, das nette Personal und die, für die Baatarnators angemessene, üppige Ausstattung des Hotels Continental hat uns sofort überzeugt.
Erwähnenswert ist, dass wir an diesem Tag die bisher beste (Autobahn vor Sibiu, wohl von der EU finanziert und vor drei Tagen fertig gebaut) und die schlechteste (zwanzig Kilometer lange Zufahrtsstrasse zur Autobahn vor Sibiu, wohl von der EU vergessen und seit 80 Jahren nicht erneuert) Strasse des bisherigen Trips erlebt haben. Was auch ein gutes Beispiel für Rumänien als gesamtes ist: Wir haben sehr grosse Unterschiede zwischen reichen und armen, ländlichen Gegenden gesehen, was uns zum Teil etwas erschrocken hat.
Tag 6: Schweiz, Österreich, Deutschland, Österreich
Heute morgen machten wir uns still und leise auf den Weg Richtung Osten, um Roman, unseren Gastgeber, nicht zu wecken. Theresa, ihres Zeichens auch eine Churfürstin, hat uns in St.Gallen zum Frühstück eingeladen, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen durften. Danke nochmal an Roman für die bequeme Couch!
Regen begleitete uns in die Stadt, in der Dominiks Alma mater zuhause ist. Die Stimmung hob sich aber merklich, als wir von Theresa und ihrem voll gedeckten Frühstückstisch empfangen wurden: Candy-Bacon, Pancakes und ein riesen Obstsalat liessen die Frühstücker-Herzen höherschlagen! Wir hauten rein, als ob es kein Morgen gäbe, und machten uns voller neuer Energie auf den Weg, um die Stadt in Eilestempo (wegen dem Regen, und ein bisschen wegen dem Heimweh) touristisch auszuquetschen. Ein obligatorisches Foto vom üppingen Frühstückstisch und der bezaubernden Theresa gibt es leider nicht - der Regen liess uns völlig auf die Kamera im Auto vergessen :-( Dennoch: Ein grosses Danke an Theresa für die Gastfreundschaft!
Die Tour durch St.Gallen hatte nur drei Stopps: Die drei Weiher, die Universität St.Gallen (HSG) und Dominiks Wohnung in der Metzgergasse 7. Leider hatten wir keinen Schlüssel und konnten uns so nur das Haus von aussen ansehen.
Nachdem wir alle Sightseeing-Punkte abgeklappert hatten machten wir uns auf den Weg Richtung Heimat, wo wir einen Boxenstopp geplant hatten. Nach 5 Stunden Autofahrt nahmen uns unsere Familien in Pregarten und Tragwein endlich in Empfang, und wir durften noch eine letzte Nacht in unseren eigenen Betten schlafen!
Die Stimmung war entsprechend gut, was wie immer nur schlechtes bedeuten konnte: Unsere Team-Mechaniker Fritz und Christian hatten nach einer kleinen Inspektion nichts gutes zu berichten :-( Der weisse Rauch, von dem wir nahe Genf berichtet hatten, stellte sich als Zeichen für ein kaputtes Kühlaggregat der Klima-Anlage heraus. Der automatische Ein-Aus-Schalter, der die Temperatur des Kühlaggregats über dem Gefrierpunkt hält (oder so ähnlich) funktioniert nicht mehr, wodurch das Kühlaggregat ständig einfriert und das dort kondensierte Wasser in den Fahrgastraum dringt. Kein Wunder also, dass die Scheiben ständig anlaufen (wir haben dagegen klugerweise die Klimaanlage auf extrem kalt gestellt gehabt) und der Boden komplett durchnässt ist.
Könnte schlimmeres geben, denken wir, und freuen uns auf den morgigen Tag, an dem wir die Heimat endgültig Richtung Ulaanbaatar verlassen!
Tag 5: Frankreich, Schweiz
Der heutige Morgen hat mit einer kleinen Überaschung angefangen: Unser Auto stand noch am Parkplatz! ;-) Der schäbige Anschein des F1-Hotels hat getrügt, die Nacht sich als schlaf-ergiebig erwiesen, und der kommende Tag als lange herausgestellt.
An einem Montag morgen zum Eiffelturm zu fahren war grundsätzlich keine sehr (zeittechnisch) kluge Idee, wir kamen jedoch mit eineinhalb Stunden Stau noch glimpflich davon. Wir zogen zwei Kreise um den Arc de Triomphe, machten einige Videos, wurden schief angeschaut, und steuerten weiter Richtung Eiffelturm.
Dort angelagt blieben wir, wie es sich gehört, gleich mal vor dem Turm im Halte- und Parkverbot stehen, und gaben dem nächsten Polizisten die Kamera in die Hand, um ein schönes Touristenfoto von Bruno, dem Turm und uns zu machen. Der tat das dann auch anstandslos und wünschte uns noch eine gute Fahrt (glauben wir zumindest - keiner von uns kann Französisch ;-) ).
Da wir quasi Zeit in der Stadt gewonnen haben (wir haben mit mehr Stau gerechnet) entschieden wir uns für eine kleine Detour nach Genf. Auf dem Weg dorthin zeige Bruno eine erste Schwäche: Weisser Rauch kam aus der Klima-Anlage, und das in grossen Mengen! Habemus papam dachten wir uns und ignorierten vorerst das neue Feature. Als dann alle Scheiben angelaufen waren und die Temparatur im Fahrgastraum stetig stieg, machten wir doch kurz vor Genf Halt um den neuen Umständen auf den Grund zu gehen. Wir konnten keinen Fehler finden, und der Rauch löste sich in Luft auf ;-)
In Genf angelagt knipsten wir nur schnell das obligatorische Foto vor der Wasserfontäne am Genfer See, und fuhren weiter nach Zürich, wo wir von Can, Roman und Mäxchen (den sogenannten Churfürsten, die mit Dominik studiert haben) herzlich emfpangen wurden - nur der seit mehreren hundert Kilometer anhaltende Regen trübte etwas das Bild. Nach einem Besuch in der "Spagetti Factory" und ein paar Schweizer Bieren bot uns Roman wie erhofft seine Couch an, und ein fast 1000 km-langer Tag neigte sich dem Ende zu. Danke nochmal an Roman und die Churfürsten für eure Gastfreundschaft!
Tag 4: Start der Mongol Rally 2014 in London
Heute war es endlich so weit: Die Mongol Rally 2014 wurde offiziell gestartet! Die Erste Hürde sollte die Startrampe sein, was sich für manche Teams als mehr als schwierig herausstellen sollte. Speziell die 9-Meter-Limousine und das Team in folgendem Bild hatten Probleme, die zwei Meter hohe Rampe zu überwinden.
Der Convoy durch die Londoner Innenstadt verlohr sich leider sehr bald, und ab der Tower Bridge waren wir auf uns alleine gestellt. Der Weg zur Fähre war uns ungefähr bekannt, und nach einer kleinen Pause in unserem Stammlokal trafen wir wieder einige Teams am Parkplatz vor der Fähre.
Zurück auf dem Europäischen Festland stieß Marco noch einige Gebete gen Himmel, um den höheren Mächten für die Erfindung des Rechtsverkehrs zu danken. Zurück in gewohnter verkehrstechnischer Umgebung ging's sehr flott Richtung Süd-Osten nach Paris. Rund eine Stunde vor der Hauptstadt Frankreichs stießen wir auf ein beunruhigend billiges Hotel (36 Euro für 3 Personen pro Nacht), was wir uns natürlich nicht entgehen lassen durften! Mal sehen, ob unser Auto auch morgen noch am Parkplatz steht ;-)


