Tag 27: Russland, Mongolei 1
Heute war es endlich soweit: Mongolia! Wir wachten vor der Russischen Grenze im Zelt hinter dem Auto auf, und auch die anderen beiden Teams vor uns waren schon wach. Der erste Akt des Grenzübertritts in die Mongolei bestand aus dem ominösen Stempel-Holen aus dem Dorf vor der Grenze. Wir warteten rund eine Stunde auf den Beamten, und als er endlich auftauchte, stürzte sich ein Mob aus rund 8 Rally-Teams (einige waren erst in der Nacht angekommen) und Mongolen auf die Tür des Containers, in dem der Beamte arbeitete.
Sichtlich genervt ließ er sich für den ersten Stempel entsprechend lange Zeit, und wir bekamen unsere Stempel erst nach 30 Minuten warten. Der nächste Schritt war einfacher, denn er bestand aus der Registrierung unseres Autos beim Häußchen vor dem Schranken zur Grenze. Wir und die beiden Teams vor uns waren die ersten drei Autos in der Schlage, und kamen auch gemeinsam durch den Balken. Nach der Deklaration des Autos, Passkontrolle und Durchsuchung des Autos waren wir endlich soweit, die Russische Seite verlassen zu dürfen.
Die anderen beiden Teams vor uns waren etwas schneller, und wir trafen an der Mongolischen Seite der Grenze wieder auf sie. Nach (sehr skurilen) 1$ Eintrittspreis für die Grenze standen wir gemeinsam mit den anderen beiden Teams der etwas überforderten, aber dennoch sehr freundlichen Grenzbeamtin gegenüber, die unsere Visa kontrollierte. Nach der Kontrolle wurden wir mit einer Liste von Mongol-Rally-Teams konfrontiert, in dem wir unser Team suchen und markieren sollten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren alle Gerüchte und Schreckensstories, die wir über den Mongolischen Grenzübertritt gehört hatten, Schall und Rauch, und wir spazierten als legale Besucher rund 20 Minuten später aus dem Grenzhäußchen.
Wir hatten uns mit den anderen Teams darauf verständigt, vorerst keinen Konvoi zu bilden. Die Mongolei präsentierte sich uns gleich von einer nicht so schönen Seite, die wir aber seit ein paar Wochen leicht vermissten: Regen :-)
Es regnete leicht, und man sah (endlich, nach Wochen blauen Himmels) große Wolken in allen Formen. Die Strasse schien sehr gut zu sein, wenn auch zwischendurch mit Schotterweg-artigen Abschnitten. Wir erreichten die Stadt nach der Grenze, rund 50 km entfernt, mit Leichtigkeit, und tankten Bruno mit 92-Oktan-Benzin voll (das Beste, das es dort gab).
Zufrieden mit dem vollen Tank, etwas glücklich über den Regen, und fasziniert von der Landschaft vergingen die kommenden Stunden wie im Flug. Die asphaltierte Strasse hörte aber leider nach perfekten 100 km plötzlich auf, und wir waren wieder auf einem Schotterweg unterwegs. Das störte uns überhaupt nicht, doch nach einer Weile merkten wir, dass der Mongolische Benzin Bruno nicht gut zu bekommen schien: Unser Rally-Auto verlor an Leistung, was kein gutes Zeichen war. Wir trafen unterwegs noch ein Team mit drei Iren, die wir zuvor schon an der Kasachisch-Russischen Grenze getroffen hatten, und bestaunten die wunderbare Landschaft.
Unbekümmert von Brunos Problemchen furhen wir einfach weiter Richtung Süd-Osten, bis wir plötzlich vor einem großen Fluss standen. Es gab kein Drumherum, und auch kein Hindurch, was uns leicht zur Verzweiflung brachte. Gottseidank trafen wir bei der Suche nach einer Brücke oder besseren Stelle ein paar Mongolen, die uns kurzerhand eine Eskorte zu einer rund 10 km langen Umfahrung (inkl. neuer Brücke) gaben. Beim Rückweg trafen wir die Iren wieder, und auch das Spanisch-Schweizerische, und das Amerikanische Team (die beiden vor uns an der Grenze). Im Vierer-Konvoi fanden wir dann nach Anleitung der Mongolen die haarnagelneue Brücke, und fuhren die restlichen Stunden des Tages gemeinsam Richtung Ziel.
Bei der Suche nach einem passenden Camping-Spot verließen uns die Iren aber, da sie noch etwas weiter fahren wollten. Also campten wir mit den Teams "12 Steppe Program" (die Amis) und "Why Not?" (die Spanier-Schweizer) in der wunderbaren Mongolischen Landschaft, die aber leider durch eine Mückenplage etwas getrübt wurde.
Bei Instant-Nudeln und ein bisschen vom mitgebrachten Praher'schen Schnaps ließen wir den ersten Tag in der Mongolei revue passieren und plauderten mit den anderen Teams bis in den Sonnenuntergang hinein.



































