Tag 26: Russland
Gestärkt von einer letzten Nacht in einem normalen Bett machten wir uns auf Richtung Südosten, um am Abend die Mongolische Grenze zu erreichen. Wir kauften noch schnell einen Supermarkt leer (Wasser und Essen für 6 Tage), und fuhren aus der Stadt.
Die heutige Etappe war etwa 800 km lang, und die Strassen sehr gut. Die Landschaft änderte sich nicht sehr stark, immer noch dominierten Wälder und Flüsse das Bild. Wir kamen durch eine Art Feriengebiet entlang eines Flusses, denn wir sahen viele Menschen baden oder Zelten. Auch viele kleine Märkte gab es am Strassenrand, und obwohl wir keine größere Stadt oder Ort sahen tummelten sich viele Leute in dem etwa 40 km langen Abschnitt.
Wir kamen der Mongolei immer näher, und im letzten Ort vor der Grenze wollten wir noch einmal alle Benzinkanister und unseren Tank mit gutem Russischen Benzin befüllen. An der Tankstelle, rund 80 km von der Mongolischen Grenze entfernt, entdeckten wir aber böses: In unserem linken Vorderrad fehlte es massiv an Luftdruck! Nach ein paar Minuten, in denne wir den Reifen wechselten, kamen uns zwei Teams entgegen: Das Team "12 Steppe Program" mit einer Amerikanerin und zwei Amerikanern, und das Team "Why Not?" mit einer Schweizerin und einem Spanier. Wir plaudeten ein wenig, und sie halfen uns, eine Russin davon zu überzeugen, uns einen Ersatzreifen zu verkaufen.
Diese stellte sich nicht lange dumm, und fing an, wild zu telefonieren. Nach rund 20 Minuten hatte sie endlich die Lösung: Sie sperrte ihren Ersatzteil-Shop, vor dem wir die ganze Zeit standen, auf und kam nach ein paar Minuten suchen mit einem haarnagelneuen 15 Zoll Winterreifen heraus. Wir strahlten vor Freude über das frische Material, und bezahlten im Freudentaumel die völlig überteuerten 3800 Rubel (78 Euro) für den Reifen.
Die beiden anderen Teams waren uns zu diesem Zeitpunkt etwa 10 Minuten voraus, und wir sollten sie an der Grenze, die heute sicher schon geschlossen war, treffen.
Nach rund einer Stunde Fahrt, bei der es schon dunkel wurde, kamen wir schließlich zum Grenzposten, wo die beiden Teams vor uns in der Schlange (wir waren die vordersten drei Autos) wieder trafen.
Wir plauderten ein wenig, und ein Russischer Grenzssoldat erklärte uns in fast perfektem Englisch einiges zur Bürokratie am kommenden Grenzübertritt: Wir mussten uns aus dem Ort vor der Grenze, der rund 400 Meter entfernt war, einen Stempel in unseren Pass geben lassen, und uns damit dann zum Grenzübertritt anmelden. Das ganze konnte aber erst am folgenden Tag passieren, da die Grenze für den heutigen schon geschlossen war.
Begeistert von der freundlichen Art und dem guten Englisch des Grenzsoldaten plauderten wir mit den anderen Teams noch ein wenig, tauschten Erfahrungen mit Zelt, Campingkocher und Fertignudeln aus, und stellten unser Zelt direkt hinter Bruno auf.
Die Stimmung war sehr gut, denn am kommenden Tag sollten wir es endlich in die zwei Grenzposten entfernte Mongolei schaffen :-)
























