wir haben es geschafft!         am 16.08.2014 haben wir die ziellinie in ulaanbaatar erreicht!            im logbuch kannst du alles ueber unser abenteuer nachlesen!

Tag 31: Mongolei 5

Mit einem Loch im Tank aufzuwachen ist nicht sehr angenehm, besonders nicht wenn man der Ziellinie so nahe ist!

Ausblick an unserem Camping-Spot

Am Besuch der Morgentoilette entdeckte Dominik einen Stierschädelknochen (oder so), der wie geschaffen für Bruno war! Mit ein paar Kabelbindern und Draht machten wir das neue Highlight an Brunos Front fest, und hofften, so das Benzinleck etwas verkleinern zu können.

Bruno mit einer neuen Verzierung

Leider klappte das nicht :-( Wir packten alles, und Jordan zog unseren Bruno in den nahegelegenen Ort, um auf den Mechaniker zu warten.

Wir warteten und warteten, doch der Mechaniker tauchte nicht auf! Anstelle des Mechanikers aber tauchte jemand anderer auf: Das Team "12 Steppe Program" mit den drei netten Amerikanern fuhr vorbei, und blieb prompt stehen, um uns Hilfe zu leisten!

Erfreut über den netten Zuwachs unserer Verzweiflungs-Gruppe beschlossen wir, nicht weiter auf den Mechaniker zu warten und das Auto selber zu fixen! Zuerst musste der Auspuff ab: Mit einem Schraubenzieher als Meißel schlug Jordan den Katalysator kurz und klein, und wir rissen das gesamte Teil einfach herunter. Danach war der Endtopf dran, und wurde mit einigen sehr kräftigen Hammerschlägen gewaltvoll entfernt. Nun ging es an das Loch: Mit Superkleber, Papiertüchern, einem gummierten Handschuh und der Plakatfolie eines unserer Sponsoren (Sorry und Danke, dataphone!) klebten wir das Loch nach bestem Wissen und Gewissen zu, und verklebten das ganze dann noch mit jeder Menge Duck-Tape.

Team Why Not?, Team 12 Steppe Program und Team The Baatarnators bei der morgentlichen Autoreparatur

Nun gab es kein Halten mehr: Auf zur nächsten Tankstelle, vollgetankt, und so schnell es ging Richtung Ziel! Doch nach 150 km war der Tank schon wieder leer, und wir mussten auf die Abschleppkünste von Jordan und Nicole zurückgreifen...!

Die letzten Kilometer

Die letzten 50 km abgeschleppt zu werden ist zwar nicht ideal, aber in dem Fall war es sehr amüsant: Jordan fuhr bis zu 80 km/h, um seinen Micra möglichst viel Kühlluft zu verschaffen, dahinter Bruno kurz angebunden, und dahinter die Amerikaner mit Dominik im Auto. Wir überholten sogar einen Tank-LKW, nur um mit ihm dann eine kilometerlange Wettfahrt zu veranstalten, während wir abgeschleppt wurden ;-)

Wettrennen
Wettrennen zwischen einem Mongolischen Benzinlastwagen inkl. Anhänger und dem Gespann aus Nissan Micra und Fiat Stilo

Doch beim letzten Anstieg vor der Hauptstadt der Mongolei riss das Abschlepp-Seil, und wir mussten halt machen. Mit einem Knoten repariert ging es daran, die Kisten wieder zum Laufen zu bringen, was bergauf nicht mal Jordans Nissan Micra schaffte: Nur mit Anschieben der Amerikaner von hinten gelang es, Bruno wieder in Bewegung zu setzen!

Der letzte Anstieg

Nach spannenden Minuten sahen wir es endlich: Den Wegweiser zur Ziellinie! Wir bogen noch einmal ab, und standen plötzlich vor dem "Mongol Rally Finish Line - Car Graveyard"-Schild! Die Stimmung war sehr gut, und wir feierten unseren "Einritt" mit lautem Hupen und Jubel!

Jordan zog uns noch ein letztes Mal (und die Amerikaner schoben an), um gemeinsam auf die Ziel-Rampe zu kommen! Wir hatten es geschafft: Dank der großen Hilfe von Jordan, Nicole, Angela, Alec und Dan haben wir die Ziellinie der Mongol Rally 2014 erreicht :-)

Siegerfoto
Team "Why Not?", Team "12 Steppe Program" und Team "The Baatarnators" haben es gemeinsam geschafft!

Nach der kleinen Siegesfeier (wir fühlten uns natürlich wie Sieger) mussten wir die harte Entscheidung treffen, ob wir Bruno aus Litauen abholen, oder ihn verschrotten zu lassen. Mit den vielen Wewehchen, die unser Rally-Car erlitten hatte, dem kaputten Tank, der defekten Benzinpumpe und dem fehlenden Auspuff fiel die Entscheidung zwar nicht leicht, aber dennoch haben wir uns dazu entschieden, Abschied von unserem treuen Rally-Gefährt zu nehmen :-/

Abschied von Bruno

In Ulaanbaatar angekommen gingen wir auf die Suche nach einem Hotel, und belohnten uns für die tolle Reise mit einer Nacht im 5-Sterne-Hotel Ramada ;-)

Wir möchten uns nochmal bei allen Sponsoren, Familien, Freunden, Teams und sonstigen Helfern bedanken, dass sie es uns ermöglicht haben, diesen Traum zu verwirklichen! :-)

The Baatarnators
Ein großes Dankeschön an alle!

Dieser Beitrag stellt das Ende der Rally-"Live"-Berichterstattung dar, aber noch lange nicht das Ende unseres Logbuches: In den kommenden Tagen und Wochen werden wir weitere Eindrücke niederschreiben und festhalten, wie etwa die Autos, die wir auf den rund 17.000 km gesehen haben, die Strassenverhältnisse, und Statistiken zu gefahrenen Kilometern, Höhe und Benzinverbrauch.