Tag 13: Russland, Kasachstan
Kasachstan lautete heute das Ziel, als wir wiedermal in unserem Auto aufwachten. Die Nacht war für alle drei nicht sehr angenehm - aus irgendeinem Grund haben wir nicht gut geschlafen. Die Strassen waren anfangs nicht schlecht, und je näher wir uns Kasachstan näherten, desto besser wurden sie.
Wir kamen in der Stadt Volgograd, früher Stalingrad vorbei, wo wir ein letztes Mal ein McMenü genossen, denn in den kommenden Ländern gibt es leider kein McDonalds (und damit auch weniger WLAN) :-(
Volgograd, ehemals Stalingrad (und vielleicht auch zukünftig wieder?)
In der Stadt selber gab es leider nicht viel zu sehen. Doch dafür war die Ausfahrt aus der Stadt um so aufregender, und das im wahrsten Sinn des Wortes: An einer Kreuzung, die wir mit 100%iger Sicherheit richtig befahren hatten, machte es plötzlich einen Knall und vor uns drehte sich ein beiger Lada. Marco, zu dem Zeitpunkt am Lenkrad, hatte erfolgreich ein Duell mit einem russischen Auto an einer Kreuzung gewonnen :-)
Wir hüpften aus unserem Auto, begutachteten Bruno, als wäre er unser eigenes Kind (ist er ja quasi auch), stöhnten und schimpften in bestem Englisch und Mühlviertlerisch. Der Russe, den wir voll im hinteren Teil seines Ladas getroffen hatten, stand da und sagte irgendetwas auf Russisch. Wir ignorierten ihn, schimpften weiter und taten, als ob wir ihn nicht verstehen (haben wir auch nicht). Nach ein paar Minuten des Nerven-Kampfes gab er schließlich auf, setzte sich zu seiner blonden Freundin ins verbeulte Auto, und fuhr weiter. Erleichtert, und ohne sichtbare Konsequenzen für Bruno, machten auch wir uns weiter auf unsere Route.
Auf dem Weg zur Kasachischen Grenze kamen wir noch an einem anderen Rally-Team, dessen Namen wir uns leider nicht gemerkt haben, vorbei. Die zwei Schotten, Vater und Sohn, waren sehr freundlich, und wir plauderten kurz über ihr Auto und die vorhergegangene Grenze.
Vater und Sohn aus Schottland
Kurz vor der Grenze passierten wir eine Kuriosität: Eine schwimmende Brücke, die mit dem Auto befahrbar ist! Für umgerechnet 30 Cent durften wir sie befahren - sehr wackelig, etwas rutschig und definitiv nicht in bestem Zustand.
Eine Brücke, die schwimmt!
Der Grenzübertritt gegen 17:30 Uhr war problemloser als erwartet: Die Russische Seite sah eher nach einem Kebap-Stand als einem Grenzposten aus, und die Schlange vor der Kasachischen Seite war nicht sehr lange. Nach einer Stunde Wartezeit kamen wir endlich dran, und die sehr junge Besatzung des Grenzpostens war sichtlich amüsiert, aber auch etwas überfordert von unserem Erscheinen. Gottseidank konnte einer der Soldaten etwas Englisch, und so konnten wir mit vereinten Kräften der Passkontrollfrau erklären, wer wir sind, woher wir sind und welche Farbe unser Auto hat. Nachdem alles geklärt war kam noch eine kurze (und mehr als lückenhafte) Kontrolle unseres Autos, und wir waren in Kasachstan! :-)
Doch auch hier wurde unsere Freude gleich zweifach verdorben: Nach rund 100 Metern winkte uns ein Polizist zur Seite - wir hätten ein (im Nachhinein quasi unsichtbares) Stop-Schild übersehen, und er machte mit den Worten "Protokol" und "Bank" gleich klar, was er wollte. Wie immer stellten wir uns dumm, und entkamen der Strafe nach ein paar Minuten lächeln.
Der zweite Schreck waren die "Strassen"-Verhältnisse in Kasachstan. Bis zur Grenze führte noch eine neue Autobahn, doch was danach kam, kann man nicht Strasse nennen: Mehr Schlaglöcher als Asphalt, und das Bankett war besser befahrbar als die Fahrbahn ansich! Wir kämpften uns noch rund 40 km ins Landesinnere, ehe wir im Auto (Marco) und Zelt (Patrick und Dominik) übernachteten.
Auf diesen letzten 40 Kilometern sahen wir noch ein bisschen das "Gesicht" von Kasachstan: Wenige Häuser, ein paar Lehm-Hütten, Kamele und Öl-Felder. Die Leute fahren hier als wären keine Schlaglöcher da, und winken uns fast immer freundlich zu! Morgen schaffen wir es hoffentlich bis in die nächste grosse Stadt, denn eine Dusche und etwas hochwertiger Benzin wären nicht schlecht ;-)






























