Tag 2: Belgien, Frankreich, England
Heute Freitag haben wir bei Andreas in Brüssel noch gut gefrühstückt, ehe wir uns Richtung United Kingdom von Brüssel verabschiedet haben. Wie es sich für waschechte Touristen gehört, haben wir natürlich noch ein obligatorisches Foto vor dem Atomium geschossen.
Der Weg zur Fähre in Calais war nicht sehr lange, und ein Besuch bei unserem Stamm-Lokal hat uns für die Ärmel-Kanal-Überfahrt bestens gestärkt.
Die Fähre von Calais nach Dover an sich war zwar "nur" ein riesiges Schiff mit zwei Decks voller LKWs und Autos auf sechs Spuren, jedoch hat es uns der Hafen von Calais angetan: Mehr als 900 (!) Spuren führen auf die sechs-spurigen Schiffe. Unserem Mantra der waschechten Spar-Touristen treu begaben wir uns auf dem Schiff Richtung Shop, um über Patricks Schulter einige Fotos von britischen Reise- und Campingplatz-Führern zu machen. Das sich diese riskante Aktion nicht wirklich bezahlt gemacht hat wird sich erst später herausstellen.
In Grossbritannien angekommen warf sich Marco sofort ans Steuer, und musste mit Erschrecken feststellen, dass die Engländer auf der falschen Strassenseite fahren! Wie es sich für einen Pregartner gehört nahm er sich sofort zum Ziel, die englische Bevölkerung von den Vorzügen des Rechtsverkehrs zu überzeugen. Erste praktische Demonstrationen des Rechtsverkehrs kamen jedoch nicht sehr gut an, und wurden mit Lichthupen und verwirrenden Handzeichen abgetan. Fairerweise muss man erwähnen, dass sich die britischen Fahrer, die uns zuvor Licht gespendet und mit ihren Händen verwünscht hatten, beim zweiten Blick auf unser Auto sofort wieder im Griff, und ein verständnisvolles Lächeln parat hatten.
Bewaffnet mit den Spion-Fotos der Campingplatz-Führer machten wir uns auf die Suche nach einem passenden Camping-Platz in der Region zwischen Dover und Calais. Leider erwiesen sich die Fotos als komplett misslungen, und so konnte uns nur ein kurzer WLAN-Besuch in unserem Stamm-Lokal vor einer Nacht auf einem Parkplatz im Auto retten. Als nächste Hürde stellte sich die Eingabe britischer Adressen in unser Navi (ja, für die Reise nach London haben wir ein Navigations-Gerät dabei) heraus, die als unmöglich eingestuft werden muss. Per Zufall kamen wir an einem Camping-Platz in der Nähe von Maidstone vorbei, in den wir uns kurzerhand eingemietet haben.
Die Rezeptionistin wies uns netterweise auf die Ruhe-Bestimmungen des Campingplatzes und das freitägliche Angebot an Fish & Chips hin. Als brave Camper halten wir uns natürlich an jegliche Ruhezeiten, und nahmen nach einem ersten Test unseres Camping-Kochers auch noch eine Portion Fish & Chips in Angriff. Blauäugig stürzten wir uns in das Abenteuer britischer Kulinarik, und bestellten unsere drei Portionen natürlich mit Salt and Vinegar (Salz und Essig)! Gespannt öffneten wir die Speise-Boxen, und mussten nach drei Bissen feststellen, dass der schlechte Ruf der britischen Küche leider mehr als berechtigt ist. Nur durch hinzufügen von mitgebrachtem Felix Ketchup konnten wir das Gericht retten.
Nun bereiten wir uns auf die erste Nacht im Zelt vor, und hoffen, dass uns die sich nähernde Regenwolke anders entscheidet als über uns hängen zu bleiben.