we did it! we reached the
finish-line in ulaanbaatar on the 16th of august 2014!
have a look
in our logbook for pictures and
stories about our adventure!
Nachdem wir das Ziel in Ulaanbaatar
am 16.08.2014 erfolgreich erreicht
hatten, haben wir die schönsten Bilder und Geschichten in einem
Vortrag ("Eine halb-ernste Reise-Nachbesprechung")
zusammengefasst. Um auch Interessierten, die nicht persönlich zum
Lichtbild-Vortrag in Tragwein im April 2015 kommen konnten, daran
teilhaben zu lassen, finden sich unten alle Bilder. Fährt man mit
der Maus über ein Bild, so wird bei vielen Bildern zusätzlich eine
kurze Erklärung eingeblendet.
Zusätzlich kann die Präsentation - mit allen Bildern und
Kommentaren - als PowerPoint- oder PDF-Datei unter folgenden Links
heruntergeladen werden:
Viel Spass mit den schönsten Impressionen unserer Reise! :-)
#1
Hallo und willkommen zu unserer halb-ernsten
Reise-Nachbesprechung. Wir sind die Baatarnators Marco,
Patrick und Dominik, und haben vergangenen Sommer an der
Mongol Rally 2014 teilgenommen. Bevor wir aber zu den harten
Facts, Zwischenzeiten und Shocking-Stories kommen, wollen
wir uns kurz vorstellen.
#2
Sind 26 Jahre alt, kommen aus Pregarten und Tragwein,
studieren Informatik und Wirtschaftsinformatik in Linz und
Business Innovation in St.Gallen, kennen uns aus Schulzeiten
aus der HTL Perg, und hatten gemeinsam ein Unternehmen
namens Byteplex gegründet.
#3
... und haben vor ein paar Jahren von der Mongol Rally
gehört. Als Autobegeisterte hat uns das seither nicht
losgelassen. Aber was die Mongol Rally genau ist werden wir
euch gleich erklären. Zuvor aber noch zu zwei speziellen
Team-Mitgliedern:
#5
... und Christian ist unser Chef-Consultant. Wir drei sind
zwar gefahren, aber ohne die beiden wären wir höchstens bis
in's Burgenland gekommen.
#6
So, ihr kennt jetzt uns, aber was ist diese Mongol Rally?
#7
Mongol Rally ist eine halbernste Fun- und Charity-Rally, die
seit nun 12 Jahren von den "Adventurists", verrückten
Engländern, ausgetragen wird. 2004 studierten zwei der
Adventurists in Prag, und hatten für den Sommer 2004 kein
Praktikum oder sonstige Beschäftigung. Sie entschlossen sich
dafür, mit ihrem kleinen Auto einfach soweit zu fahren, wie
möglich. Sie kamen zwar nur nach Kasachstan, beschlossen
aber auf der Reise, die Mongolei sollte das Ziel sein.
#8
Das Jahr darauf fuhren sie schon mit 6 Autos, und
vergangenes Jahr (10 Jahre später) nahmen 250 Teams teil.
#9
Jetzt, wo ihr den Charakter der Rally kennengelernt habt,
gibt's eine Sonderregel, die dem Charakter der Rally
entspricht:
#11
... und dieses Team auch! Für Fahrzeuge, die eine gewisse
"Humorgrenze" bzw. absolute Untauglichkeit für eine Reise
vorweisen, gilt die 1-Liter-Hubraum-Grenze nicht. =>
Dummheit wird also belohnt! Unser Auto hatte 1.2 Liter
Hubraum, wir durften trotzdem mitfahren => Was sagt das
über unser Auto aus? ;-)
#12
Wer komplett wahnsinnig ist: 125cc Maximum. Heuer: Von den
drei sind glaub ich zwei nicht von selber angesprungen beim
Start.
#13
Wo wir wieder beim Wahnsinn und der Dummheit wären. Im Juli
2013 war für uns klar: Wir müssen da mitmachen! Oder wie
meine Mama es formuliert hat: Wir drei Jungspunde, bevor wir
erwachsen werden müssen wir mal an unsere Grenzen gehen Und
so haben wir uns im August 2013 angemeldet. Die Rollen waren
schnell verteilt:
#14
Patrick wird der Chef-Beifahrersitzwärmer. Hat das in der
HTL schon geübt, und macht das noch immer regelmässig an der
JKU.
#15
Marco hat sich sofort als Team-DJ zur Verfügung gestellt.
Sein iPod sollte uns die Fahrt versüssen und uns mit
heimischen Klängen von den lokalen Kulturen schützen.
#16
Und Ich (Dominik), der einzige der drei mit einer
vernünftigen Ausbildung - BWL - sollte uns durch die Wüsten
und Gebirge lotsen und mit lokalen Tankstellen-Damen die
Benzin-Preise verhandeln.
#17
Das diese Rollen ein kompletter Blödsinn sein würden, das
erahnten wir im Sommer 2013 noch nicht ;-)
#18
Was erwartet euch heute Abend? Wir werden noch kurz über
unser Rally-Auto und die gewählte Route sprechen, und dann
geht's auch schon los Richtung - falsch geraten - erstmal
Westen ;-) Wir werden von 8 spannenden Momenten auf der
Rally erzählen, und dazwischen kurz Themen anschneiden, die
euch interessieren, wie etwa das Thema Navigation, Strassen,
oder wie man in der komplett flachen, unbewachsenen und
unbewohnten Wüste in Kasachstan auf's Klo geht.
#39
So, Bruno bereit, Route geplant, und die Baatarnators
bereit. Der Tag der Abfahrt war gekommen, und die Vorfreude
mehr als riesengross... ...ausser bei unseren Freundinnen
Verena und Hannah, bei unseren Eltern und Grosseltern ;-)
Nach dem ich Patrick und Marco eingesammelt hatte ging es
erstmal auf die Waage im Lagerhaus - 1680 kg! Patrick hat
natürlich zuhause was vergessen, und schon druften wir
wieder umdrehen ;-) Bevor aber die Rally starten konnte
mussten wir erstmal zur Startlinie nach London. Der erste
Routen-Abschnitt sollte uns via Deutschland nach Belgien
führen, wo wir zelten wollten.
#40
In Passau war die Idee des Zeltens dann nicht mehr so rosig
in unseren Köpfen, und wir kontaktierten unseren Freund Andi
Neuhauser, der gerade in Brüssel war - [falls da] wo is er?
Bitte steh kurz auf. Danke nochmals für die Gastfreundschaft
- und übernachteten bei ihm auf der Couch.
#42
... ging's weiter Richtung Frankreich und Fähre über den
Ärmelkanal. Wir zelteten nochmals vor London im
Top-Touristen-Ort Kent, wo wir das Durchschnittsalter des
dortigen Camping-Platzes ordentlich nach unten drückten.
#43
Wir assen dort das mit Abstand schlimmste Essen der gesamten
Reise - Fish & Chips. Unglaublich wie grauslig das ist!
#44
Am nächsten Tag erreichten wir London, und fanden nach
einigen Staus die Startlinie im Battersea Park.
#45
Wir trafen dort auf die restlichen 250 Teams, darunter ein
Ferrari, eine Stretch-Limousine, sechs 125ccm-Motorräder und
weitere steile Gefährte.
#53
Gewinner der "Goldenen Waschmaschine" für das beste Auto
#54
Wir plauderten mit vielen Teams, und der Nachmittag/Abend
war von Vorfreude geprägt. Hotels gab's natürlich keines,
und alle übernachteten in ihren Autos.
#55
Wir starteten früh am Morgen, und die erste Hürde stellte
die Start-Rampe dar.
#56
Die Stretch-Limo blieb stecken, und die Kollegen im roten
Buggy verloren ihre gesamte Auspuff-Anlage :-D, die sie 20
Meter nach der Startrampe wieder montierten.
#57
Es war endlich soweit, die Rally war gestartet! Freude:
Riesengross!
#59
Wir nahmen die Fähre zurück nach Frankreich, und fuhren via
Paris...
#60
..., Genf, Zürich und St.Gallen wieder zurück in's schöne
Mühlviertel, um eine letzte Nacht Zuhause in einem echten
Bett schlafen zu können. Auf dieser Strecke machte sich der
erste Defekt bemerktbar: Die Klimaanlage gab den Geist
zwischen Paris und Genf auf. Wir liessen uns nicht
abschrecken, denn wer braucht eine Klimaanlage in der Wüste
Gobi? ;-)
#62
An dieser Stelle möchten wir kurz auf das erste
Zwischenthema eingehen: Fotografie und Kommunikation.
#63
Wir hatten eine Canon EOS600 mit ein paar Objektiven und
Zubehör, sowie 2 GoPro-Kameras dabei, um Fotos und Videos zu
machen. Wir hatten auch einen kleinen Laptop und drei
Festplatten dabei, um die Fotos zu speichern und zu
sortieren, und am Weg unser Logbuch zu aktualisieren.
#66
Zusätzlich hatten wir ein Delorme InReach SE-Gerät dabei.
Das ist ein Satelliten-Messenger, der einerseits die
GPS-Koordinaten anzeigen, und diese dann auch via Satelliten
in's Internet schicken kann. Es wurde alle 10 Minuten ein
Tracking-Punkt gesendet, und dadurch konnten die
Zuhausegebliebenen immer nachsehen, wo auf der Welt wir uns
gerade befanden. Zusätzlich konnte das Gerät kurze
Nachrichten senden und empfangen - ähnlich wie SMS - wodurch
wir mit unseren Liebsten, und unserem Mechaniker Fritz und
Consultant Christian kommunizieren konnten. Nicht, dass sie
irgenwdie wertvolle Beiträge geliefert hätten ;-)
#70
Wir springen jetzt 3 Tage nach vorne und fahren gerade auf
den wunderschönen Strassen Moldawiens. Im vergleich zu
Rumänien zuvor waren diese Strassen echt der Hammer! Marco
war am Steuer, ich fand am Beifahrer Sitz gerade eine Dose
Cola, und das Wetter war schön. Alles war perfekt!
#71
Doch plötzlich war die wunderschöne Strasse abgesperrt, und
drei Polizisten winkten uns zur Seite. Wir verstanden kein
Wort, und nach einigen hektischen Telefonanrufen bei ihrem
Chef zeigten sie uns, wir sollten ihrem Polizei-Auto folgen.
#72
Es war schon später Nachmittag, und wir wollten eigentlich
bald die Grenze zur Ukraine erreichen. Nach 5 Minuten
Fahrzeit bog das Polizeiauto aber von der Strasse ab und bog
Richtung Waldweg ein. Naiv wie wir waren folgen wir dem
Polizisten, und fuhren rund 15 Minuten lang auf Waldwegen
durch eine komische Gegend. Immer wieder tauchten alte
Industrie-Ruinen zwischen den Bäumen auf, vor denen
vereinzelt Soldaten mit Kalashnikovs und russischer Flagge
am Arm standen.
#73
Nach 20 Minuten kamen wir wieder auf eine Strase, die zu
einem Grenzposten führte. Dort verliess uns unsere
Polizeisekorte, und eine Grenzbeamtin erklärte uns in gutem
Englisch, dass wir aus versehen an die Grenze von
Transnistrien, einer autonomen Region im Osten Moldawiens,
gestossen waren. Durchfahren würde uns 90 US$ kosten, aber
sei nicht ratsam. Es war bereits dunkel, und sie erklärte
uns eine Umfahrung zur Ungarischen Grenze, die etwa 120
Kilometer Umweg bedeuten würde.
#77
Wir nahmen das Angebot des Umweges natürlich dankend an und
parkten ein paar Kilometer zurück in Moldawien an einer
Tankstelle, um die Lage zu besprechen. Die Entscheidung fiel
schnell - wir hatten bereits eine Herberge in Odessa,
Ukraine, für die Nacht gebucht, und wollten nicht wirklich
irgendwo nahe Transnistrien zelten. Also fuhren wir weiter
in die Nacht hinein.
#78
Was jetzt kommt, war in dem Moment nicht so schlimm, aber im
Nachhinein sind wir mehr als froh, das heil überlebt zu
haben. Man bemerke: Wir sind zwei Autotage von Zuhause
entfernt. Das ist nicht Tajikistan, sondern 1400 Kilometer
von Tragwein entfernt (!!!)
#79
Wir haben keine Bilder, weil es Nacht war, aber die Story
braucht keine Bilder. Nach den besagten 120 Kilometern kamen
wir an die Moldawisch-Ukrainische Grenze. Das letzte Dorf
lag rund 80 Kilometer zurück, also umdrehen ging dann nicht
wirklich mehr. An der Moldawischen Seite begrüssten uns gut
aufgelegte Grenzbeamte. Sie plauderten mit uns über die
Rally, doch einer von den rund 8 Beamten war irgendwie der
Bad Cop. Er hat wohl noch nie einen Fiat gesehen, denn er
war ganz perplex, weil die Fenster auf der Rückbank nicht
ganz nach unten gingen, sondern eben 10 Zentimeter
rausstanden, wenn man sie ganz nach unten drehte. Er
glaubte, wir haben Drogen oder so in der Tür versteckt, und
fing an, mit einer Spezialkamera die Tür zu untersuchen. Die
anderen unterhielten sich freundlich mit uns, und gaben ihm
gottseidank nach ein paar Minuten zu verstehen, dass wir
harmlos seien und er endlich ins Bett gehen solle. Sie
wünschten uns noch eine gute Weiterreise und viel Glück, und
schickten uns Richtung Ukrainischer Seite.
#80
Nach 3 Kilometern erreichten wir diese dann auch, doch die
Gesichter waren weit nicht so freundlich, wie auf der
ukrainischen Seite. Keiner dort sprach Englisch, und so
mussten Sie den einzigen Soldaten wecken, der Englisch
sprach. Dieser kam dann auch, und stellte sich mit seinen
1.60, blonden Haaren, Gewehr in der Hand und starker
Alkoholfahne breitbeinig vor uns hin. Wir sollen aussteigen,
und ihm unsere Pässe geben. Nachdem er unsere Pässe
eingesammelt hatte wollte er wissen, ob wir Bargeld dabei
haben. Nein natürlich, und hielten ihm unsere Visa-Karte
in's Gesicht. Wie lange wir in der Kiew sein wollten? 3
Tage. Wieviele wir sind? 3 Leute. OK, dann 900 Euro bitte.
Zu diesem Zeitpunkt fiel das Stimmungsbarometer sichtlich.
Marco und Patrick waren schon sehr müde, und entsprechend
ruhig. Er merkte das sofort, und schickte die beiden in's
Auto, und verhandelte mit mir weiter. Er probierte alle
Tricks. Ob wir verbotene Medizin mithaben - ich musste ihm
unsere Medizin zeigen. Das Auto ist nicht konform, wir
müssen Strafe zahlen. Nein, sagte ich, das Auto passt. Wir
brauchen ja Bargeld für ein Hotel - Nein, sagte ich, haben
wir über Internet gebucht. Ich zeigte ihm das Email am
Laptop - Laptops sind verboten an der Grenze. Dafür muss ich
Strafe zahlen. So ging es sicher mehr als eine halbe Stunde
hin und her. Ihm riss schön langsam der Geduldsfaden, bzw er
merkte, dass wir wirklich dumm sind und nicht verstehen, was
er will, und er wollte warscheinlich wieder in's Bett. Er
zog mich zur Seite, und erklärte mir sehr
unmissverständlich, dass er mir jetzt die Pässe wiedergibt,
ich da was reinstecke, ihm gebe, und wir dann weiterfahren
dürfen, sonst müssen wir wieder zurückfahren. Ich klopfte
mit den Pässen in der Hand an Patrick's Fensterscheibe,
sagte ihm, er soll mir 30 Euro geben, steckte die 30 Euro in
den Pass, und gab ihn an den Herrn mit Kalshnikov zurück. Er
schaute sich den Betrag kurz an, gab den leeren Pass einem
Kollegen, und wünschte uns noch eine gute Weiterfahrt und
ging in's Bett. Wir hatten also unseren Stempel, doch wir
mussten noch zu einem Schalter, um das Auto zu registrieren.
Der Typ dort wollte auch Geld, konnte aber zu seinem
Nachteil kein Englisch ;-) Ich fluchte ihn auf
Mühlviertlerisch 10 Minuten lang an, und dann hatten wir
unseren Stempel. Wir dachten, es sei endlich vorbei und wir
in der Ukraine, doch falsch gedacht. An jedem Grenzposten
ist am Ende ein Schranken, mit etwa 50 Meter Abstand zur
eigentlichen Grenzstelle. Dort blieben wir, bei offenem
Schranken, stehen, doch es kam keiner. So fuhren wir im
Schritttempo weiter. Plötzlich kam ein Beamter gelaufen, der
offensichtlich eingeschlafen war und uns daher nicht sah. Er
schrie was von Straf und Protokol auf Ukrainisch, wir
verstanden natürlich kein Wort. Ich durfte ihm zu seinem
Häuschen folgen, wo er einen Strafzettel ausfüllte, und
daneben 90$ schrieb. Fix nicht, dachte ich, und fluchte
wieder auf Mühlviertlerisch. Nach ein paar Minuten gab er
auf, drehte den Zettel um, und schrieb 10$ drauf. Die sollte
er haben, dachte ich, und holte das Geld vom Auto. Patrick
gab mir aber nur 8 einzelne $-Scheine, was der Beamte aber
auch erst bemerkte, als ich schon zum Auto zurückgerannt und
wir losgefahren waren. Nun waren wir endlich in der Ukraine,
doch so unschön der Empfang, so unschön auch die Strassen.
Unasphaltiert, mit Schlaglöchern so gross wie kleine
Badewannen. Unsere Karten hatten die Strassen nicht
eingezeichnet, da wir dachten, bis Russland brauchen wir
keine guten Karten. Und so mussten wir via Himmelsrichtung
den Weg nach Odessa suchen. Es gab grossteils keinen
Asphalt, nirgends Strassenbeleuchtungen, und viele
leuchtende Augen von Strassenhunden. Plötzlich war die
Strasse wieder abgesperrt, doch diesmal suchten wir uns
selber einen anderen Weg. Um 3 Uhr morgens erreichten wir
Odessa, totmüde. Wir fanden sogar das 2*-Hotel, und konnten
den Nachtwächter wecken. Der war aber gar nicht auf unser
Auto vorbereitet und meinte, es wäre wohl klüger von uns,
wenn einer im Auto schlafen würde. Ich hatte gleichmal das
Vergnügen, im Auto zu übernachten, und Patrick und Marco
schliefen im Zimmer. Endlich!
#81
Nachdem wir das überlebt hatten wieder ein kurzes
Zwischenthema zur Auflockerung: Visas, Geld und Finanzen.
#82
Wir haben 7 Visas gebraucht, für die Länder Russland,
Kasachstan, Usbekistan, Tajikistan und Mongolei. War alles
sehr kompliziert, haben das aber mit der Firma
Visakurierservice in Wien gemacht. Die verlangen pro Visum
pro Person 30€, und haben dafür den Gang zu den Botschaften
für uns übernommen. War am Ende alles problemlos, hat aber
pro Person 700€ gekostet.
#84
Patrick hat Bargeld besorgt, in $, etc., und wir haben das
im Auto hinter dem Handschuhfach und hinter dem Radio
versteckt. Auch während der Reise war Patrick unser
Finanzminister, und hat alle Zahlungen verwaltet.
#86
Nächstes Ziel war Kiew. Von den Kämpfen im Osten des Landes
haben wir wenig mitbekommen, alle Leute waren sehr
freundlich. Einziges Problem: Wir haben kein Hotel gefunden.
Ich (Dominik) blieb im Auto, während Marco und Patrick zu
Fuss auf die Suche nach einer Herberge gingen. Nach einer
halben Stunde kamen die beiden, laut lachend, zurück. Ich
(Dominik) wunderte mich noch, was es denn so lustiges gab.
Sie erwähnten nur, dass es um das Hotel ging, in dem wir
übernachten würden.
#87
Und bald wurde mir dann auch klar, was denn so lustig war:
Die beiden Dummköpfe hatten das Hotel Ukraina ausgewählt,
welches mitten vor dem Hauptplatz, auf dem die
Zusammenstösse im Frühjahr 2014 waren, gewählt, und uns dort
eingebucht. Wir schliefen also mitten im Kriegsgebiet.
#88
Während den Unruhen waren in diesem Gebäude einige
Fernsehstationen stationiert. Wir wagten am Abend noch einen
Rundgang durch die Stadt, die rund um das Hotel Ukraina wie
ein Kriegsschauplatz aussieht. Seit den Unruhen wird diese
Gegend wie ein Freiluftmuseum behandelt, und alles so
belassen, wie es seither ist. Pflastersteine fehlen, Zelte
von Kämpfern sind aufgeschlagen, und das Kriegsmaterial ist
noch zu sehen.
#93
Für den darauffolgenden Tag hatten wir was ganz besonderes
geplant. Wie ihr von vorher noch wisst können Familie und
Freunde zuhause unsere Position via Internet sehen. Was wir
ihnen aber nicht verraten haben ist, dass wir an diesem Tag
einen kurzen Abstecher nach Tschernobyl machen würden, um
uns den Unfallsreaktor und das Gebiet drumherum anzusehen.
So durften unser Consultant Christian und andere
mitverfolgen, wie sich unser Punkt auf der Landkarte langsam
Richtung Tschernobyl bewegte.
#94
Dass dort alles sehr tragisch aussieht, brauch ich euch
sicher nicht zu erzählen. Die Bilder sprechen für sich.
#109
Nach diesem Urlaubstag ging es wieder auf die Reise - weiter
Richtung Russland, wo wir in der Schlange zwischen
Ukrainischer und Russischer Grenze 8,5 Stunden gebraucht
haben, um in das grösste Land der Erde zu gelangen, obwohl
nur rund 65 Autos vor uns waren. Die beiden Länder verstehen
sich wirklich nicht!
#110
Zur Auflockerung wieder ein Zwischenthema: Auto und Technik.
#111
Wir hatten ziemlich viel Zeugs dabei, und Bruno schleppte
schwer! Den Laptop, die 3 Festplatten, die 2 GoPros,
Spiegelreflex-Kamera und weitere Gerätschaften hatten wir
bereits erwähnt. Wir speicherten alle Fotos der Kameras
jeden Abend auf den Festplatten ab, sortierten sie, und
schrieben die Logbucheinträge, um beim nächsten
Internet-Kontakt dann alles hochladen zu können.
#120
Nach den unendlich langen, und unglaublich flachen,
unbewohnten und unbewachten Wüsten in Kasachstan - wir
fuhren knapp 750 Kilometer gerade aus - kamen wir nach
Usbekistan. Usbekistan ist - im Gegensatz zu Kasachstan -
sehr dicht besiedelt - 30 Millionen Menschen leben hier. Vor
der Grenze haben wir noch ein bisschen diskutiert und uns am
Ende doch dazu entschlossen, in Kasachstan nochmal zu
tanken.
#121
Nach den unendlich langen, und unglaublich flachen,
unbewohnten und unbewachten Wüsten in Kasachstan - wir
fuhren knapp 750 Kilometer gerade aus - kamen wir nach
Usbekistan. Vor der Grenze von Usbekistan haben wir noch ein
bisschen diskutiert und uns am Ende doch dazu entschlossen,
in Kasachstan nochmal zu tanken.
#125
In Usbekistan angekommen trafen wir ein anderes Team. Man
traf nie Teams. Sie gaben uns die Adresse ihrer Herberge in
der kommenden Stadt, und wir fuhren weiter, da sie Pause
machten und etwas langsamer als wir unterwegs waren. Wir
fanden die Herberge auch, war gut und günstig.
#126
Nach dem Beziehen der Zimmer gingen wir zur Rezeption, wo
die Rezeptionistin gerade mit einem Touristen-Fahrer sprach.
Wir fragen Sie nach zwei Sachen: dem WLAN-Passwort und der
nächsten Tankstelle, denn wir brauchten Benzin. Sie sah uns
etwas verschrocken an. Das WLAN-Passwort war kein Problem,
doch Benzin gibt es nicht in Usbekistan, sagte sie. Wir
schauten erstaunt, und der nette Touristenfahrer erklärte
uns, dass es in Usbekistan nur Gas-betriebene Autos gab,
keine Benzinautos. Wir schauten etwas erschrocken und
hilflos, denn wir brauchten _unbedingt_ Benzin! Der nette
Touristen-Fahrer versprach uns Hilfe: Er würde mit uns
Benzin besorgen gehen. Ob wir Usbekische So'm hätten? Nöpsi,
natürlich nicht, nur US$. Er wechselte uns auch Geld, so
dass wir Benzin besorgen fahren konnten. Die Situation war
ziemlich witzig: Wir fuhren mit ihm rund einen Kilometer
weiter in eine Strasse, wo niemand zu sehen war, ausser ein
alter Mann, der spazieren ging. Wir sollten bei ihm halten,
und er frage ihn irgendwas. Der alte Mann zeigte auf ein Tor
gegenüber, wo wir hinfuhren. Der Touristen-Fahrer klopfte
dort, ein Schlitz öffnete sich, sie verhandelten kurz, und
prompt ging das Tor auf, Geld rein, Kanister raus, Geschäft
abgeschlossen. Die Kanister waren sehr rostig, aber der
Benzin passte Bruno und wir hatten endlich wieder einen
vollen Tank! Nach einem Besuch auf dem lokalen Bazar trafen
wir den Touristen-Fahrer wieder beim Abendessen, wo er uns
Tipps zur Routenplanung gab. Wir sollen doch die Hauptstadt
Sarmakant auslassen, und nach Shiva, seiner Geburtsstadt,
fahren.
#127
Taten wir auch, und es lohnte sich wahrlich! Shiva ist eine
gut erhaltene Stadt, wie man sie sich aus dem Orient
vorstellt.
#134
Als kleine Auflockerung nun ein wichtiges Thema: Navigation.
In der originalen Rollenverteilung als Navigateur par
excellence bezeichnet stellte ich mich als wahrlich
unfähigen Navigator heraus. Meine latente
Rechts-Links-Schwäche rief bei Marco regelmässiges Fluchen
hervor, und so wurde mir die Karte und das GPS bald
weggenommen. Wir hatten zur Navigation zwei Hilfsmittel: Die
Papier-Karten, auf denen wir unsere Route grob von Stadt zu
Stadt geplant hatten, und Marco's iPhone, auf dem wir eine
Offline-Landkarte installiert hatten, und dort unsere
ungefähre Position sahen. So konnten wir wenigsten sagen, ob
wir in die richtige Richtung fahren ;-)
#136
Ab Ungarn wurden die Strassenschilder immer weniger, und ab
Kasachstan gab es dann praktisch gar keine mehr. Also auch
keine Strassennummern, Stadtbeschilderungen, etc. Nix!
Verfahren haben wir uns grundsätzlich nicht oft, aber die
tatsächlichen Strassen wichen oft von unseren Landkarten ab.
Es gab auch einige sehr grosse Umleitungen, oder
unbefahrbare Abschnitte, wodurch wir eine Alternativroute
fahren mussten, wie zum Beispiel in Transnistrien. Und dann
gab es noch die Navigation in der Mongolei, wo praktisch
keine Strasse eingezeichnet war, und es tausend
Verzweigungen gab. Das war reine Raterei, aber am Ende kamen
wir doch immer dorthin, wohin wir eigentlich wollten -
manchmal mit Verstand, und oft mit Glück ;-)
#138
Usbekistan hinter uns liegend waren wir nun endlich in
Tajikistan, einem Highlight unserer Route. Wir wollten den
sogenannten Pamir Highway befahren, einer der
höchstgelegensten Strassen der Erde, mit dem höchsten Pass
auf 4700 Meter Seehöhe.
#150
Auch am Pamir Highway wurde diese These zur Realität: Ein
Polizist hielt uns am Fusse des Pamir Highways an, und
erklärte uns, die von uns geplante Route sei gesperrt. Wir
müssen einen Umweg fahren. Er wirkte freundlich und ehrlich,
und so taten wir, was er sagte. Was dann folgte, war
schlimm.
#151
Nach ein paar Kilometern wurde die Strasse immer schlechter,
bis hin zu komplett unbefahrbar. Wir wechselten uns beim
Fahren immer ab - jeder rund eine Stunde auf schlechten,
rund zwei Stunden auf guten Strassen. Patrick war jetzt am
Steuer, gerade am Anfang seiner Fahrstunde.
#152
So viel hab ich Patrick noch nie fluchen gehört, und das mag
was heissen! Die Strasse, so kann man das gar nicht nennen,
war absolut unbefahrbar, und zwar für jegliches Fahrzeug!
Wir hatten ungalubliches Glück, hier überhaupt vorwärts zu
kommen!
#154
Nach einer Stunde blankem Autofahr-Horror übernahm ich
(Dominik) das Steuer, und Patrick wechselte komplett
erschöpft auf die Rückbank. Doch nach rund 15 Minuten, nach
denen wir den Grenzfluss zu Afghanistan erreicht hatten...
#156
... änderte sich das Bild dramatisch! Vor uns lag eine
komplett neue, perfekte, wunderschöne, am Fluss entlang
führende Bergstrasse, die man sich schöner nicht vorstellen
hätte können! Wir cruisten mit Vollgas rund 50 Kilometer
entlang dieser perfekten Strasse, und Patrick fluchte
weiter, dass ausgerechnet er den schlechten Abschnitt, und
Marco und ich den guten abbekommen haben.
#157
Am späten Nachmittag näherten wir uns dem Tagesziel. Doch
mit Bruno stimmte irgendwas nicht: Er ratterte wie verrückt
am linken Hinterrad.
#158
Wir hielten an und inspizierten das Rad, doch es fiel uns
kein Fehler auf. Das Geräusch wurde immer lauter, und wir
dachten, der Auspuff sei irgendwie kaputt. Mit quasi letzten
Kräften kamen wir in dem kleinen Bergdorf an und hielten am
Markplatz. Rund 50 Männer mit langen Bärten scharten sich um
das Auto, und ich (Dominik) demonstrierte mit einem grossen
Ruck am Dachträger das Geräusch. Plötzlich fing der Muezzin
an zu schreien und alle, die über 18 Jahre alt waren,
verschwanden in einer Moschee!
#159
Ein lokaler Entrepreneur bot uns sein Homestay gegen eine
kleine Gebühr an, und wir übernachteten direkt im Dorf an
der Afghanischen Grenze. Nachdem der Sohn des Gastgebers den
Müll des Frühstückstisches mit einem kräftigen Horuck in den
Fluss entsorgte, führte der Gastgeber uns zum einzigen
Mechaniker, den es im Dorf gab.
#163
Als wir dort ankamen standen ein paar Männer in
Militärkleidung mit Waffen dort, die weisse Plastiksäcke in
der Hand hielten. Sie begrüssten uns streng mit einem
Salamaleikum, nur um uns dann im nächsten Moment Bier aus
den 2-Liter-Petflaschen in ihren Plastiksäcken anzubieten.
Patrick und Marco liessen sich das natürlich nicht entgehen,
und nahmen mit ihnen einen kräftigen Schluck Bier aus einer
Suppenschüssel, denn Gläser gibt's dort nicht.
#164
Was der mit unserem Auto aufführte, grenzte an ein Wunder,
denn er war etwas high vom Kautaback (oder was auch immer er
kaute), hatte praktisch kein Werkzeug, und dennoch schaffte
er es, mit einem zusammengestutzten Opel-Ersatzteil - in
Tajikistan gibt es unglaublich viele Opel - das gebrochene
Achslager zu fixen.
#165
Frisch repariert fuhr sich Bruno wie neu! Wir waren
insgesamt 4 Tage am Pamir Highway unterwegs, bekamen alle
ein bisschen Höhenkrankheit zu spüren, und waren daher dann
doch froh, wieder in tiefere Regionen nach Kirgistan zu
kommen.
#201
Hatten es endlich geschafft: Die Mongolische Grenze! Teams
am Grenzübergang zur Mongolei getroffen, und mit ihnen
gleich mal dort gezeltet. Wunderschön alles, ...
#220
Kurz zum Thema Hygiene, Klogehen, Duschen und Essen. Marco
zeigte interessante Abendrituale, und war mit Abstand der
hygienischste auf der Reise. Patrick und ich (Dominik)
schliefen oft einfach in unserer Kleidung oder hatten das
selbe für drei Tage lang an. Duschen gab's auch nur alle
paar Tage, aber der Geruch im Auto war nicht so schlimm wie
man sich das vorstellt (oder haben wir das schon verdrängt?
;-) ).
#221
Klogehen ging natürlich nur in der freien Natur, und man
kann sich ausmalen, wie toll das ist mit Höhenkrankheit und
schlechtem Magen lange Strecken Auto zu fahren. Essen hatten
wir einiges mit, und Marco stellte sich bald als geheimer
Chef-Koch heraus. Hauptnahrungsmittel waren
Fertignudel-Packungen, Brot und Dosengulasch. Schlecht
ging's uns nie ;-)
#222
Schöner hätte die Mongolei nicht sein können: Die
Landschaften sind der Wahnsinn, die Strassen zwar schlecht
aber spektakulär, und die Stimmmung gut! Aber was passiert,
wenn alles tippitoppi ist?
#246
Aber wie immer: Wenn's schön ist, geht was kaputt! Wir
fuhren gerade mit dem Team "Why not?" mit Jordan aus Spanien
und Nicole aus der Schweiz in einem Flussbett um die
Wette...
#249
... als plötzlich Bruno abstarb und nicht mehr ansprang.
Jordan und Nicole mussten uns bis ins nächste Dorf
abschleppen, wo wir zwei sehr kompetente Mechaniker fanden.
#276
Rund 200 Kilometer vor dem Ziel machten wir mit Nicole und
Jordan aus, dass wir nochmal Zelten wollten, um dann am
nächsten Tag am frühen Nachmittag im Ziel in Ulaanbaatar
anzukommen.
#277
Wir suchten uns eine schöne Wiese an einem Hügel aus, fuhren
dahin, und hatten einen mega Spass dabei.
#278
Doch einige Meter vor dem angepeilten Wiesenstück blieb
Bruno wieder aprupt stehen. Marco bemerkte sofort einen
stechenden Benzin-Geruch, und sieheda:
#279
Der Auspuff hatte ein Loch in unseren Benzintank aus Plastik
in der Grösse einer Euromünze geschmolzen. Vielleicht hätten
wir das Alu-Blech, welches Fritz unser Mechaniker angebracht
hatte, nicht drei Tage vorher in der Wüste verlieren sollen
;-)
#280
Zu diesem Zeitpunkt konnten wir nicht's anders mehr machen
als warten, bis der gesamte Benzin ausgelaufen war. Bereits
durch die vergangenen 4 Wochen abgehärtet liessen wir uns
von dieser kleinen Macke an Bruno nicht aus der Ruhe bringen
- sondern eher durch die Diskussion, welche Art von Nudeln
wir nun zum Abendessen kochen würden.
#283
Patrick und Nicole fuhren mit ihrem roten Nissan Micra in
das nächste Dorf, um einen Mechaniker ausfindig zu machen.
Sie kamen mit der Meldung zurück, dass wir uns am nächsten
Morgen um 9 Uhr mit ihm treffen würden.
#290
Jordan schleppte Bruno zu einem nahen Reparatur-Graben und
wir warteten auf den Mechaniker.
#291
Der kam aber leider nie! Nur das Team 12 Steppe Program, mit
welchem wir bereits zuvor in der Wüste gezeltet hatten, kam
vorbei und bat uns seine Hilfe an.
#292
Mit vereinten Kräften rissen wir den Auspuff komplett ab dem
Katalysator ab, um an den kaputten Tank zu kommen. Den
verklebten wir dann mit Gaffaband und Stoffhandschuhen, in
der Hoffnung, dass das hält. Und es hielt wirklich!
#297
Nämlich genau 150 Kilometer weit, bis der Tank wieder leer
war :-(
#298
Das Ziel vor Augen beschlossen Jordan und Nadine, uns bis
ins Ziel abzuschleppen. Sie mussten aber ziemlich schnell
fahren, um genügend Kühlluft zu bekommen, denn ansonsten
überhitzte der kleine Nissan Micra ziemlich schnell!
#299
So ergab sich unter anderem ein Wettrennen mit einem
Tanklaster mit Tankanhänger,...
#311
Leider mussten wir uns an dieser Stelle von Bruno, unserem
treuen Gefährten, verabschieden - er würde von den
Veranstaltern verschrottet oder in Teilen verkauft werden.
#315
Überglücklich, aber auch erschöpft von den Anstrengungen der
vergangenen Tagen knipsten wir noch ein paar Zielfotos und
checkten als Belohnung eine Nacht im einzigen 5-Sterne-Hotel
der Hauptstadt der Ulaanbaatar, dem Ramada, ein. Nach dem
Heimflug zwei Tage später war unser Abenteuer also vorbei,
und wir lebendig wieder zurück im Mühlviertel. An dieser
Stelle einen riesen Dank an alle Sponsoren, Familien,
Helfer, Chef-Mechaniker und unseren Chef-Consultant, und
alle, die uns auf der Reise Nachrichten geschickt und via
Webseite verfolgt haben. Ohne euch alle wäre das niemals
möglich gewesen! Danke vielmals!
#316
Ein riesiges Danke an unsere Familien, Freunde,
Unterstützer, Sponsoren und Fans!