Tag 16: Usbekistan
In einem Bett aufzuwachen ist toll :-) Wir schliefen gut, und das Frühstück war mehr als üppig! Nach den Tipps des "Tourist-Drivers" vom Vortag hatten wir heute ein Ziel: Qarshi.
Am Weg dorthin machten wir, auch aufgrund der Tipps, einen Abstecher nach Khiva. Patrick fluchte zwar zuerst über den zweistündigen Umweg, als wir dann aber vor den Mauern der Altstadt Khivas standen war er überzeugt: Der Abstecher hat sich gelohnt! Die Altstadt ist super erhalten, und sieht aus wie aus einem Film: Enge Gassen, alte Häuser und alles sandfarben. Hier ein paar Eindrücke:
Auf dem darauf folgenden Weg (400 km durch eine Wüste, 36 Grad) haben wir ein paar Fakten und Erfahrungen zu und mit Usbekistan zusammengetragen:
Interessanter Weise sieht man nur zwei Auto-Marken: Chevrolet und Daewo. Alle Autos fahren mit Propan-Gas, daher bekommt man normalen Benzin nur auf dem Schwarzmarkt. Die Strassenbedingungen sind/waren sehr schlecht bis sehr gut, in der erwähnten Wüste zum Beispiel wurde eine ganz neue Autobahn gebaut. An den Übergängen zwischen den "Bundesländern" Usbekistans gibt es immer Polizeikontrollen, wobei wir als Touristen immer angehalten, kurz befragt und dann in ein handschriftliches "Register" (immer in Karo-Blöcken mit Kugelschreiber geschrieben) eingetragen. Die Polizisten wollten meist nur Namen, Passnummern, Route und Fahrzeug wissen. Die Polizisten haben immer andere Uniformen, je nach Bundesland: mal dunkelgrün, mal sandfarben, mal hellgrün. Die Leute in Usbekistan sind sehr sehr nett, viele winken, hupen und lächeln uns an, auch die Polizei!
Eindrücke aus Usbekistan
Durch den Sand wurde unser Auto sehr schmutzig, man kann die Sticker kaum noch erkennen! Um bis nach Qarshi via Bukhara zu kommen, mussten wir unsere letzten Benzin-Reserven im Kanister einsetzen. In Bukhara haben wir dann eine staatliche Tankstelle gefunden, die auch Benzin verkauft. Nur leider dürfen sie unsere Kanister nicht befüllen (warscheinlich wegen dem Schwarzmarkt, etc.)! Patrick konnte sie aber von unserem Vorhaben überzeugen (sie kannten sogar Österreich und Wien!), und so konnten wir 90 Liter frischen Benzin tanken und mit US-Dollar (1 $ = 2800 Sum) bezahlen.
Die Abendetappe nach Qarshi war länger, als wir uns wünschten, da die Strassen sehr schlecht wurden: Wir mussten die Stadt unbedingt vor 23 Uhr erreichen, um noch in ein Hotel einchecken zu können (man muss in Usbekistan jede Nacht nachweisen, wo man geschlafen hat). Wir dachten kurz, es würde sich nicht ausgehen, aber Marco stellte sich als sehr guter (und flotter!) Nachtfahrer heraus, und so kamen wir ganz kurz vor 23 Uhr in Qarshi an. Die Nachtfahrt war für uns alle sehr anstregend, jeder half, mitzuschauen und mögliche Schlaglöcher oder Hindernisse zu erkennen.
In der Kleinstadt angekommen fuhren wir zu der Adresse, die wir uns zuvor in Nukus zurechtgelegt hatten. Diese Adresse führte uns aber in irgendeine Hintergasse, und wir fühlten uns schwer verloren! Doch plötzlich kamen zufällig Leute aus einem Haus, wir fragten, und wie durch ein Wunder waren das die "Hotel"-Betreiber! Sie sahen mindestens so überrascht aus wie wir, und boten uns sofort ein Zimmer für umgerechnet 20 US-Dollar an :-)
Das Zimmer war zwar nicht das schönste, aber wir bekamen sogar eine eigene Garage, und freuten uns, doch ein Dach über dem Kopf zu haben.























