wir haben es geschafft!         am 16.08.2014 haben wir die ziellinie in ulaanbaatar erreicht!            im logbuch kannst du alles ueber unser abenteuer nachlesen!

Tag 14: Kasachstan

Nach dem Straßen-Horror des vergangenen Tages (genauer: der letzten Abschnitte vor und nach der Grenze) stellten wir uns heute morgen wieder auf schlechte Straßen ein. So war es dann auch für rund 60 km, doch dann tat sich auf einmal eine wunderbar neue Straße auf, wo man nicht an Schlaglöcher denken musste.

Nach stundenlangem Gerade-Aus im Nirgendwo kamen wir nach Atyrau, wo wir in einem "Einkaufszentrum", das eher wie ein Basar in einem großen Gebäude aussah, einen Supermarkt fanden. Dort kaufen wir Wasser und etwas Essen ein, um die nächsten Tage auszukommen. Es folgte wieder stundenlanges Fahren im Nirgendwo, ehe wir in einem kleinen Ort Benzin suchen mussten. Die Tankstellen sahen nicht sehr gut (bzw. sogar unbewohnt) aus, und natürlich hat dort noch nie jemand etwas von Super-Benzin gehört. Etwas ausserhalb des Orts fanden wir dann eine staatliche Tankstelle, die sogar Schilder mit Preisen, und 92-Oktan-Benzin hatte! Wir freuten uns natürlich zu früh, denn man konnte dort selbstverständlich nicht mit Kreditkarte oder US-Dollar bezahlen. Die Dame schickte uns aber zu einer Bank, wo wir Bargeld am Bankomaten abheben konnten. Bewaffnet mit nationaler Währung fuhren wir zurück zur Tankstelle, und füllten Tank und die beiden Kanister auf unserem Dach komplett voll, um mindestens bis zur Grenze von Usbekistan und noch ein paar hundert Kilometer weiter zu kommen.

Die letzten 85 km bis zur Grenze waren genau so schlecht wie die ersten Kilometer, die wir in Kasachstan gefahren sind: Maximal 30 km/h, riesige Schlaglöcher und sehr holprige Oberflächen. Wir kamen gegen 18:30 bei der Grenze an, wo wir zuerst die Kasachische Ausreise überstehen mussten. Die Dame beim Auto-Export-Schalter, bei dem wir unser Auto registrieren mussten, war zwar sehr nett und freundlich, konnte aber mit uns nicht wirklich auf Englisch kommunizieren. Fragen wie die Farbe des Autos oder der Hubraum waren riesige Hürden, die wir aber mit viel Lächeln und sie mit viel Geduld meistern konnten. Nach rund einer Stunde durften wir weiterfahren, um dann nach 100 Metern vor den Usbekischen Toren zu stehen. Wir waren zwar das zweite Auto in der Schlange (von 3 Autos), wurden aber aus irgendeinem Grund vorgelassen. Der Grenzübertritt war der bisher bürokratischste: Wir mussten uns aufteilen, Patrick als "Car-Owner" musste das Auto registrieren, Kopien der Fahrzeug-Dokumente machen lassen, und dann seine persönlichen Gegenstände deklarieren. Dominik und Marco wurden als "Passengers" eingstuft - sie durften ihr gesammtes Bargeld zählen und penibelst angeben, und ihr Gepäck durchsuchen lassen. Während die zwei "Passengers" versuchten, sich aus der mühevollen Kontrolle zu lächeln, freundete sich Patrick mit rund 10 LKW-Fahrern an, die auch vor dem BAHK-Schalter (Bank-Schalter) warteten, um ihre Dokumente dort kopieren zu lassen (die Grenz-Offiziere haben anscheinend keinen Kopierer - nur die Bank). Er amüsierte sich mit den LKW-Fahrern prächtig - sie ließen ihn sogar vor - nur vom Schlafmohn, die sie andauernd kauten, ließen sie ihn leider nicht probieren ;-)

Als wir alles deklariert und ausgefüllt hatten, kam noch die Fahrzeugkontrolle dran. Genau wie bei der vorherigen Grenze schaffte es Bruno auch hier nicht auf den Überprüfungs-Graben, da die Metall-Einrahmung zu hoch war. Die Autos vor uns mussten alles, inklusive Ersatzreifen und Pannendreieck, ausräumen und überprüfen lassen. Wir sahen das, und hatten die Sorge, selber alles ausräumen zu müssen. Ein etwas älterer Offizier, von dem wir später erfuhren, dass er der Ranghöchste war, begann die Kontrolle mit folgendem (gebrochen-Englischen) Satz: "Do you have a pen to write?" und zeigte auf die weißen Unterschriften auf unserem Auto. Beängstigt gaben wir ihm unseren weißen Lack-Stift, und er setzte direkt auf der Motorhaube an: "Good Luck, Austria!" schrieb er, und grinste uns stolz an :-)

Diese Bestechung der anderen Art gab auch den Ton der Kontrolle an: Vor allem Marcos Handscheinwerfer begeisterte die rund 8 Grenzmänner, die um unser Auto standen und es unter anderem vor Diebstahl beschützten. Die Kontrolle war gottseidank sehr leger, und nach insgesamt einer Stunde öffnete sich uns das Tor zu Usbekistan.

Wir fuhren noch ein paar Kilometer, ehe wir wieder etwas abseits der Strasse unser "Lager" im Auto aufschlugen.