wir haben es geschafft!         am 16.08.2014 haben wir die ziellinie in ulaanbaatar erreicht!            im logbuch kannst du alles ueber unser abenteuer nachlesen!

Vortrag

Nachdem wir das Ziel in Ulaanbaatar am 16.08.2014 erfolgreich erreicht hatten, haben wir die schönsten Bilder und Geschichten in einem Vortrag ("Eine halb-ernste Reise-Nachbesprechung") zusammengefasst. Um auch Interessierten, die nicht persönlich zum Lichtbild-Vortrag in Tragwein im April 2015 kommen konnten, daran teilhaben zu lassen, finden sich unten alle Bilder. Fährt man mit der Maus über ein Bild, so wird bei vielen Bildern zusätzlich eine kurze Erklärung eingeblendet.

Zusätzlich kann die Präsentation - mit allen Bildern und Kommentaren - als PowerPoint- oder PDF-Datei unter folgenden Links heruntergeladen werden:

Viel Spass mit den schönsten Impressionen unserer Reise! :-)

  1. #1
    Hallo und willkommen zu unserer halb-ernsten Reise-Nachbesprechung. Wir sind die Baatarnators Marco, Patrick und Dominik, und haben vergangenen Sommer an der Mongol Rally 2014 teilgenommen. Bevor wir aber zu den harten Facts, Zwischenzeiten und Shocking-Stories kommen, wollen wir uns kurz vorstellen.
  2. #2
    Sind 26 Jahre alt, kommen aus Pregarten und Tragwein, studieren Informatik und Wirtschaftsinformatik in Linz und Business Innovation in St.Gallen, kennen uns aus Schulzeiten aus der HTL Perg, und hatten gemeinsam ein Unternehmen namens Byteplex gegründet.
  3. #3
    ... und haben vor ein paar Jahren von der Mongol Rally gehört. Als Autobegeisterte hat uns das seither nicht losgelassen. Aber was die Mongol Rally genau ist werden wir euch gleich erklären. Zuvor aber noch zu zwei speziellen Team-Mitgliedern:
  4. #4
    Fritz ist unser Chef-Mechaniker ...
  5. #5
    ... und Christian ist unser Chef-Consultant. Wir drei sind zwar gefahren, aber ohne die beiden wären wir höchstens bis in's Burgenland gekommen.
  6. #6
    So, ihr kennt jetzt uns, aber was ist diese Mongol Rally?
  7. #7
    Mongol Rally ist eine halbernste Fun- und Charity-Rally, die seit nun 12 Jahren von den "Adventurists", verrückten Engländern, ausgetragen wird. 2004 studierten zwei der Adventurists in Prag, und hatten für den Sommer 2004 kein Praktikum oder sonstige Beschäftigung. Sie entschlossen sich dafür, mit ihrem kleinen Auto einfach soweit zu fahren, wie möglich. Sie kamen zwar nur nach Kasachstan, beschlossen aber auf der Reise, die Mongolei sollte das Ziel sein.
  8. #8
    Das Jahr darauf fuhren sie schon mit 6 Autos, und vergangenes Jahr (10 Jahre später) nahmen 250 Teams teil.
  9. #9
    Jetzt, wo ihr den Charakter der Rally kennengelernt habt, gibt's eine Sonderregel, die dem Charakter der Rally entspricht:
  10. #10
    Der hat sicher mehr als 1 Liter Hubraum...
  11. #11
    ... und dieses Team auch! Für Fahrzeuge, die eine gewisse "Humorgrenze" bzw. absolute Untauglichkeit für eine Reise vorweisen, gilt die 1-Liter-Hubraum-Grenze nicht. => Dummheit wird also belohnt! Unser Auto hatte 1.2 Liter Hubraum, wir durften trotzdem mitfahren => Was sagt das über unser Auto aus? ;-)
  12. #12
    Wer komplett wahnsinnig ist: 125cc Maximum. Heuer: Von den drei sind glaub ich zwei nicht von selber angesprungen beim Start.
  13. #13
    Wo wir wieder beim Wahnsinn und der Dummheit wären. Im Juli 2013 war für uns klar: Wir müssen da mitmachen! Oder wie meine Mama es formuliert hat: Wir drei Jungspunde, bevor wir erwachsen werden müssen wir mal an unsere Grenzen gehen Und so haben wir uns im August 2013 angemeldet. Die Rollen waren schnell verteilt:
  14. #14
    Patrick wird der Chef-Beifahrersitzwärmer. Hat das in der HTL schon geübt, und macht das noch immer regelmässig an der JKU.
  15. #15
    Marco hat sich sofort als Team-DJ zur Verfügung gestellt. Sein iPod sollte uns die Fahrt versüssen und uns mit heimischen Klängen von den lokalen Kulturen schützen.
  16. #16
    Und Ich (Dominik), der einzige der drei mit einer vernünftigen Ausbildung - BWL - sollte uns durch die Wüsten und Gebirge lotsen und mit lokalen Tankstellen-Damen die Benzin-Preise verhandeln.
  17. #17
    Das diese Rollen ein kompletter Blödsinn sein würden, das erahnten wir im Sommer 2013 noch nicht ;-)
  18. #18
    Was erwartet euch heute Abend? Wir werden noch kurz über unser Rally-Auto und die gewählte Route sprechen, und dann geht's auch schon los Richtung - falsch geraten - erstmal Westen ;-) Wir werden von 8 spannenden Momenten auf der Rally erzählen, und dazwischen kurz Themen anschneiden, die euch interessieren, wie etwa das Thema Navigation, Strassen, oder wie man in der komplett flachen, unbewachsenen und unbewohnten Wüste in Kasachstan auf's Klo geht.
  19. #19
    Bruno, unser Rally-Car :-)
  20. #20
  21. #21
  22. #22
  23. #23
  24. #24
  25. #25
  26. #26
    Neue Stossdämpfer, 4 Tage vor Abfahrt montiert
  27. #27
  28. #28
  29. #29
    Route: Links London, in der Mitte Tragwein, rechts Ulaanbaatar
  30. #30
    Dei drei Grund-Routen: Via Russland im Norden, via Türkei im Süden, und durch die Mitte!
  31. #31
  32. #32
  33. #33
    Unsere schlussendlich geplante Route
  34. #34
  35. #35
    Abschiedsfest in Tragwein zwei Tage vor Abfahrt
  36. #36
  37. #37
  38. #38
    Starten wir los?
  39. #39
    So, Bruno bereit, Route geplant, und die Baatarnators bereit. Der Tag der Abfahrt war gekommen, und die Vorfreude mehr als riesengross... ...ausser bei unseren Freundinnen Verena und Hannah, bei unseren Eltern und Grosseltern ;-) Nach dem ich Patrick und Marco eingesammelt hatte ging es erstmal auf die Waage im Lagerhaus - 1680 kg! Patrick hat natürlich zuhause was vergessen, und schon druften wir wieder umdrehen ;-) Bevor aber die Rally starten konnte mussten wir erstmal zur Startlinie nach London. Der erste Routen-Abschnitt sollte uns via Deutschland nach Belgien führen, wo wir zelten wollten.
  40. #40
    In Passau war die Idee des Zeltens dann nicht mehr so rosig in unseren Köpfen, und wir kontaktierten unseren Freund Andi Neuhauser, der gerade in Brüssel war - [falls da] wo is er? Bitte steh kurz auf. Danke nochmals für die Gastfreundschaft - und übernachteten bei ihm auf der Couch.
  41. #41
    Nach einem Besuch des Atomiums...
  42. #42
    ... ging's weiter Richtung Frankreich und Fähre über den Ärmelkanal. Wir zelteten nochmals vor London im Top-Touristen-Ort Kent, wo wir das Durchschnittsalter des dortigen Camping-Platzes ordentlich nach unten drückten.
  43. #43
    Wir assen dort das mit Abstand schlimmste Essen der gesamten Reise - Fish & Chips. Unglaublich wie grauslig das ist!
  44. #44
    Am nächsten Tag erreichten wir London, und fanden nach einigen Staus die Startlinie im Battersea Park.
  45. #45
    Wir trafen dort auf die restlichen 250 Teams, darunter ein Ferrari, eine Stretch-Limousine, sechs 125ccm-Motorräder und weitere steile Gefährte.
  46. #46
  47. #47
  48. #48
  49. #49
  50. #50
  51. #51
  52. #52
    Start-Feld der Mongol Rally 2015
  53. #53
    Gewinner der "Goldenen Waschmaschine" für das beste Auto
  54. #54
    Wir plauderten mit vielen Teams, und der Nachmittag/Abend war von Vorfreude geprägt. Hotels gab's natürlich keines, und alle übernachteten in ihren Autos.
  55. #55
    Wir starteten früh am Morgen, und die erste Hürde stellte die Start-Rampe dar.
  56. #56
    Die Stretch-Limo blieb stecken, und die Kollegen im roten Buggy verloren ihre gesamte Auspuff-Anlage :-D, die sie 20 Meter nach der Startrampe wieder montierten.
  57. #57
    Es war endlich soweit, die Rally war gestartet! Freude: Riesengross!
  58. #58
  59. #59
    Wir nahmen die Fähre zurück nach Frankreich, und fuhren via Paris...
  60. #60
    ..., Genf, Zürich und St.Gallen wieder zurück in's schöne Mühlviertel, um eine letzte Nacht Zuhause in einem echten Bett schlafen zu können. Auf dieser Strecke machte sich der erste Defekt bemerktbar: Die Klimaanlage gab den Geist zwischen Paris und Genf auf. Wir liessen uns nicht abschrecken, denn wer braucht eine Klimaanlage in der Wüste Gobi? ;-)
  61. #61
    Besuch in Wien
  62. #62
    An dieser Stelle möchten wir kurz auf das erste Zwischenthema eingehen: Fotografie und Kommunikation.
  63. #63
    Wir hatten eine Canon EOS600 mit ein paar Objektiven und Zubehör, sowie 2 GoPro-Kameras dabei, um Fotos und Videos zu machen. Wir hatten auch einen kleinen Laptop und drei Festplatten dabei, um die Fotos zu speichern und zu sortieren, und am Weg unser Logbuch zu aktualisieren.
  64. #64
  65. #65
  66. #66
    Zusätzlich hatten wir ein Delorme InReach SE-Gerät dabei. Das ist ein Satelliten-Messenger, der einerseits die GPS-Koordinaten anzeigen, und diese dann auch via Satelliten in's Internet schicken kann. Es wurde alle 10 Minuten ein Tracking-Punkt gesendet, und dadurch konnten die Zuhausegebliebenen immer nachsehen, wo auf der Welt wir uns gerade befanden. Zusätzlich konnte das Gerät kurze Nachrichten senden und empfangen - ähnlich wie SMS - wodurch wir mit unseren Liebsten, und unserem Mechaniker Fritz und Consultant Christian kommunizieren konnten. Nicht, dass sie irgenwdie wertvolle Beiträge geliefert hätten ;-)
  67. #67
    Nachrichten unseres Chef-Mechanikers Fritz
  68. #68
    Die typische Reaktion auf Nachrichten von Fritz ;-)
  69. #69
  70. #70
    Wir springen jetzt 3 Tage nach vorne und fahren gerade auf den wunderschönen Strassen Moldawiens. Im vergleich zu Rumänien zuvor waren diese Strassen echt der Hammer! Marco war am Steuer, ich fand am Beifahrer Sitz gerade eine Dose Cola, und das Wetter war schön. Alles war perfekt!
  71. #71
    Doch plötzlich war die wunderschöne Strasse abgesperrt, und drei Polizisten winkten uns zur Seite. Wir verstanden kein Wort, und nach einigen hektischen Telefonanrufen bei ihrem Chef zeigten sie uns, wir sollten ihrem Polizei-Auto folgen.
  72. #72
    Es war schon später Nachmittag, und wir wollten eigentlich bald die Grenze zur Ukraine erreichen. Nach 5 Minuten Fahrzeit bog das Polizeiauto aber von der Strasse ab und bog Richtung Waldweg ein. Naiv wie wir waren folgen wir dem Polizisten, und fuhren rund 15 Minuten lang auf Waldwegen durch eine komische Gegend. Immer wieder tauchten alte Industrie-Ruinen zwischen den Bäumen auf, vor denen vereinzelt Soldaten mit Kalashnikovs und russischer Flagge am Arm standen.
  73. #73
    Nach 20 Minuten kamen wir wieder auf eine Strase, die zu einem Grenzposten führte. Dort verliess uns unsere Polizeisekorte, und eine Grenzbeamtin erklärte uns in gutem Englisch, dass wir aus versehen an die Grenze von Transnistrien, einer autonomen Region im Osten Moldawiens, gestossen waren. Durchfahren würde uns 90 US$ kosten, aber sei nicht ratsam. Es war bereits dunkel, und sie erklärte uns eine Umfahrung zur Ungarischen Grenze, die etwa 120 Kilometer Umweg bedeuten würde.
  74. #74
  75. #75
  76. #76
  77. #77
    Wir nahmen das Angebot des Umweges natürlich dankend an und parkten ein paar Kilometer zurück in Moldawien an einer Tankstelle, um die Lage zu besprechen. Die Entscheidung fiel schnell - wir hatten bereits eine Herberge in Odessa, Ukraine, für die Nacht gebucht, und wollten nicht wirklich irgendwo nahe Transnistrien zelten. Also fuhren wir weiter in die Nacht hinein.
  78. #78
    Was jetzt kommt, war in dem Moment nicht so schlimm, aber im Nachhinein sind wir mehr als froh, das heil überlebt zu haben. Man bemerke: Wir sind zwei Autotage von Zuhause entfernt. Das ist nicht Tajikistan, sondern 1400 Kilometer von Tragwein entfernt (!!!)
  79. #79
    Wir haben keine Bilder, weil es Nacht war, aber die Story braucht keine Bilder. Nach den besagten 120 Kilometern kamen wir an die Moldawisch-Ukrainische Grenze. Das letzte Dorf lag rund 80 Kilometer zurück, also umdrehen ging dann nicht wirklich mehr. An der Moldawischen Seite begrüssten uns gut aufgelegte Grenzbeamte. Sie plauderten mit uns über die Rally, doch einer von den rund 8 Beamten war irgendwie der Bad Cop. Er hat wohl noch nie einen Fiat gesehen, denn er war ganz perplex, weil die Fenster auf der Rückbank nicht ganz nach unten gingen, sondern eben 10 Zentimeter rausstanden, wenn man sie ganz nach unten drehte. Er glaubte, wir haben Drogen oder so in der Tür versteckt, und fing an, mit einer Spezialkamera die Tür zu untersuchen. Die anderen unterhielten sich freundlich mit uns, und gaben ihm gottseidank nach ein paar Minuten zu verstehen, dass wir harmlos seien und er endlich ins Bett gehen solle. Sie wünschten uns noch eine gute Weiterreise und viel Glück, und schickten uns Richtung Ukrainischer Seite.
  80. #80
    Nach 3 Kilometern erreichten wir diese dann auch, doch die Gesichter waren weit nicht so freundlich, wie auf der ukrainischen Seite. Keiner dort sprach Englisch, und so mussten Sie den einzigen Soldaten wecken, der Englisch sprach. Dieser kam dann auch, und stellte sich mit seinen 1.60, blonden Haaren, Gewehr in der Hand und starker Alkoholfahne breitbeinig vor uns hin. Wir sollen aussteigen, und ihm unsere Pässe geben. Nachdem er unsere Pässe eingesammelt hatte wollte er wissen, ob wir Bargeld dabei haben. Nein natürlich, und hielten ihm unsere Visa-Karte in's Gesicht. Wie lange wir in der Kiew sein wollten? 3 Tage. Wieviele wir sind? 3 Leute. OK, dann 900 Euro bitte. Zu diesem Zeitpunkt fiel das Stimmungsbarometer sichtlich. Marco und Patrick waren schon sehr müde, und entsprechend ruhig. Er merkte das sofort, und schickte die beiden in's Auto, und verhandelte mit mir weiter. Er probierte alle Tricks. Ob wir verbotene Medizin mithaben - ich musste ihm unsere Medizin zeigen. Das Auto ist nicht konform, wir müssen Strafe zahlen. Nein, sagte ich, das Auto passt. Wir brauchen ja Bargeld für ein Hotel - Nein, sagte ich, haben wir über Internet gebucht. Ich zeigte ihm das Email am Laptop - Laptops sind verboten an der Grenze. Dafür muss ich Strafe zahlen. So ging es sicher mehr als eine halbe Stunde hin und her. Ihm riss schön langsam der Geduldsfaden, bzw er merkte, dass wir wirklich dumm sind und nicht verstehen, was er will, und er wollte warscheinlich wieder in's Bett. Er zog mich zur Seite, und erklärte mir sehr unmissverständlich, dass er mir jetzt die Pässe wiedergibt, ich da was reinstecke, ihm gebe, und wir dann weiterfahren dürfen, sonst müssen wir wieder zurückfahren. Ich klopfte mit den Pässen in der Hand an Patrick's Fensterscheibe, sagte ihm, er soll mir 30 Euro geben, steckte die 30 Euro in den Pass, und gab ihn an den Herrn mit Kalshnikov zurück. Er schaute sich den Betrag kurz an, gab den leeren Pass einem Kollegen, und wünschte uns noch eine gute Weiterfahrt und ging in's Bett. Wir hatten also unseren Stempel, doch wir mussten noch zu einem Schalter, um das Auto zu registrieren. Der Typ dort wollte auch Geld, konnte aber zu seinem Nachteil kein Englisch ;-) Ich fluchte ihn auf Mühlviertlerisch 10 Minuten lang an, und dann hatten wir unseren Stempel. Wir dachten, es sei endlich vorbei und wir in der Ukraine, doch falsch gedacht. An jedem Grenzposten ist am Ende ein Schranken, mit etwa 50 Meter Abstand zur eigentlichen Grenzstelle. Dort blieben wir, bei offenem Schranken, stehen, doch es kam keiner. So fuhren wir im Schritttempo weiter. Plötzlich kam ein Beamter gelaufen, der offensichtlich eingeschlafen war und uns daher nicht sah. Er schrie was von Straf und Protokol auf Ukrainisch, wir verstanden natürlich kein Wort. Ich durfte ihm zu seinem Häuschen folgen, wo er einen Strafzettel ausfüllte, und daneben 90$ schrieb. Fix nicht, dachte ich, und fluchte wieder auf Mühlviertlerisch. Nach ein paar Minuten gab er auf, drehte den Zettel um, und schrieb 10$ drauf. Die sollte er haben, dachte ich, und holte das Geld vom Auto. Patrick gab mir aber nur 8 einzelne $-Scheine, was der Beamte aber auch erst bemerkte, als ich schon zum Auto zurückgerannt und wir losgefahren waren. Nun waren wir endlich in der Ukraine, doch so unschön der Empfang, so unschön auch die Strassen. Unasphaltiert, mit Schlaglöchern so gross wie kleine Badewannen. Unsere Karten hatten die Strassen nicht eingezeichnet, da wir dachten, bis Russland brauchen wir keine guten Karten. Und so mussten wir via Himmelsrichtung den Weg nach Odessa suchen. Es gab grossteils keinen Asphalt, nirgends Strassenbeleuchtungen, und viele leuchtende Augen von Strassenhunden. Plötzlich war die Strasse wieder abgesperrt, doch diesmal suchten wir uns selber einen anderen Weg. Um 3 Uhr morgens erreichten wir Odessa, totmüde. Wir fanden sogar das 2*-Hotel, und konnten den Nachtwächter wecken. Der war aber gar nicht auf unser Auto vorbereitet und meinte, es wäre wohl klüger von uns, wenn einer im Auto schlafen würde. Ich hatte gleichmal das Vergnügen, im Auto zu übernachten, und Patrick und Marco schliefen im Zimmer. Endlich!
  81. #81
    Nachdem wir das überlebt hatten wieder ein kurzes Zwischenthema zur Auflockerung: Visas, Geld und Finanzen.
  82. #82
    Wir haben 7 Visas gebraucht, für die Länder Russland, Kasachstan, Usbekistan, Tajikistan und Mongolei. War alles sehr kompliziert, haben das aber mit der Firma Visakurierservice in Wien gemacht. Die verlangen pro Visum pro Person 30€, und haben dafür den Gang zu den Botschaften für uns übernommen. War am Ende alles problemlos, hat aber pro Person 700€ gekostet.
  83. #83
    5 Impfungen für Dominik
  84. #84
    Patrick hat Bargeld besorgt, in $, etc., und wir haben das im Auto hinter dem Handschuhfach und hinter dem Radio versteckt. Auch während der Reise war Patrick unser Finanzminister, und hat alle Zahlungen verwaltet.
  85. #85
    So, zurück auf die Strecke.
  86. #86
    Nächstes Ziel war Kiew. Von den Kämpfen im Osten des Landes haben wir wenig mitbekommen, alle Leute waren sehr freundlich. Einziges Problem: Wir haben kein Hotel gefunden. Ich (Dominik) blieb im Auto, während Marco und Patrick zu Fuss auf die Suche nach einer Herberge gingen. Nach einer halben Stunde kamen die beiden, laut lachend, zurück. Ich (Dominik) wunderte mich noch, was es denn so lustiges gab. Sie erwähnten nur, dass es um das Hotel ging, in dem wir übernachten würden.
  87. #87
    Und bald wurde mir dann auch klar, was denn so lustig war: Die beiden Dummköpfe hatten das Hotel Ukraina ausgewählt, welches mitten vor dem Hauptplatz, auf dem die Zusammenstösse im Frühjahr 2014 waren, gewählt, und uns dort eingebucht. Wir schliefen also mitten im Kriegsgebiet.
  88. #88
    Während den Unruhen waren in diesem Gebäude einige Fernsehstationen stationiert. Wir wagten am Abend noch einen Rundgang durch die Stadt, die rund um das Hotel Ukraina wie ein Kriegsschauplatz aussieht. Seit den Unruhen wird diese Gegend wie ein Freiluftmuseum behandelt, und alles so belassen, wie es seither ist. Pflastersteine fehlen, Zelte von Kämpfern sind aufgeschlagen, und das Kriegsmaterial ist noch zu sehen.
  89. #89
  90. #90
  91. #91
  92. #92
    14tenter Stock unseres Hotels
  93. #93
    Für den darauffolgenden Tag hatten wir was ganz besonderes geplant. Wie ihr von vorher noch wisst können Familie und Freunde zuhause unsere Position via Internet sehen. Was wir ihnen aber nicht verraten haben ist, dass wir an diesem Tag einen kurzen Abstecher nach Tschernobyl machen würden, um uns den Unfallsreaktor und das Gebiet drumherum anzusehen. So durften unser Consultant Christian und andere mitverfolgen, wie sich unser Punkt auf der Landkarte langsam Richtung Tschernobyl bewegte.
  94. #94
    Dass dort alles sehr tragisch aussieht, brauch ich euch sicher nicht zu erzählen. Die Bilder sprechen für sich.
  95. #95
  96. #96
  97. #97
  98. #98
  99. #99
  100. #100
    Interessant ist aber, dass zum Beispiel der Reaktor neben dem Unfallsrekator bis 2000 (!!) noch weiterbetrieben wurde.
  101. #101
  102. #102
  103. #103
  104. #104
  105. #105
  106. #106
  107. #107
  108. #108
  109. #109
    Nach diesem Urlaubstag ging es wieder auf die Reise - weiter Richtung Russland, wo wir in der Schlange zwischen Ukrainischer und Russischer Grenze 8,5 Stunden gebraucht haben, um in das grösste Land der Erde zu gelangen, obwohl nur rund 65 Autos vor uns waren. Die beiden Länder verstehen sich wirklich nicht!
  110. #110
    Zur Auflockerung wieder ein Zwischenthema: Auto und Technik.
  111. #111
    Wir hatten ziemlich viel Zeugs dabei, und Bruno schleppte schwer! Den Laptop, die 3 Festplatten, die 2 GoPros, Spiegelreflex-Kamera und weitere Gerätschaften hatten wir bereits erwähnt. Wir speicherten alle Fotos der Kameras jeden Abend auf den Festplatten ab, sortierten sie, und schrieben die Logbucheinträge, um beim nächsten Internet-Kontakt dann alles hochladen zu können.
  112. #112
  113. #113
    Chef-Mechaniker Fritz hat sein Projekt - im Hintergrund zu sehen - extra für uns pausiert!
  114. #114
  115. #115
  116. #116
  117. #117
  118. #118
  119. #119
  120. #120
    Nach den unendlich langen, und unglaublich flachen, unbewohnten und unbewachten Wüsten in Kasachstan - wir fuhren knapp 750 Kilometer gerade aus - kamen wir nach Usbekistan. Usbekistan ist - im Gegensatz zu Kasachstan - sehr dicht besiedelt - 30 Millionen Menschen leben hier. Vor der Grenze haben wir noch ein bisschen diskutiert und uns am Ende doch dazu entschlossen, in Kasachstan nochmal zu tanken.
  121. #121
    Nach den unendlich langen, und unglaublich flachen, unbewohnten und unbewachten Wüsten in Kasachstan - wir fuhren knapp 750 Kilometer gerade aus - kamen wir nach Usbekistan. Vor der Grenze von Usbekistan haben wir noch ein bisschen diskutiert und uns am Ende doch dazu entschlossen, in Kasachstan nochmal zu tanken.
  122. #122
  123. #123
  124. #124
  125. #125
    In Usbekistan angekommen trafen wir ein anderes Team. Man traf nie Teams. Sie gaben uns die Adresse ihrer Herberge in der kommenden Stadt, und wir fuhren weiter, da sie Pause machten und etwas langsamer als wir unterwegs waren. Wir fanden die Herberge auch, war gut und günstig.
  126. #126
    Nach dem Beziehen der Zimmer gingen wir zur Rezeption, wo die Rezeptionistin gerade mit einem Touristen-Fahrer sprach. Wir fragen Sie nach zwei Sachen: dem WLAN-Passwort und der nächsten Tankstelle, denn wir brauchten Benzin. Sie sah uns etwas verschrocken an. Das WLAN-Passwort war kein Problem, doch Benzin gibt es nicht in Usbekistan, sagte sie. Wir schauten erstaunt, und der nette Touristenfahrer erklärte uns, dass es in Usbekistan nur Gas-betriebene Autos gab, keine Benzinautos. Wir schauten etwas erschrocken und hilflos, denn wir brauchten _unbedingt_ Benzin! Der nette Touristen-Fahrer versprach uns Hilfe: Er würde mit uns Benzin besorgen gehen. Ob wir Usbekische So'm hätten? Nöpsi, natürlich nicht, nur US$. Er wechselte uns auch Geld, so dass wir Benzin besorgen fahren konnten. Die Situation war ziemlich witzig: Wir fuhren mit ihm rund einen Kilometer weiter in eine Strasse, wo niemand zu sehen war, ausser ein alter Mann, der spazieren ging. Wir sollten bei ihm halten, und er frage ihn irgendwas. Der alte Mann zeigte auf ein Tor gegenüber, wo wir hinfuhren. Der Touristen-Fahrer klopfte dort, ein Schlitz öffnete sich, sie verhandelten kurz, und prompt ging das Tor auf, Geld rein, Kanister raus, Geschäft abgeschlossen. Die Kanister waren sehr rostig, aber der Benzin passte Bruno und wir hatten endlich wieder einen vollen Tank! Nach einem Besuch auf dem lokalen Bazar trafen wir den Touristen-Fahrer wieder beim Abendessen, wo er uns Tipps zur Routenplanung gab. Wir sollen doch die Hauptstadt Sarmakant auslassen, und nach Shiva, seiner Geburtsstadt, fahren.
  127. #127
    Taten wir auch, und es lohnte sich wahrlich! Shiva ist eine gut erhaltene Stadt, wie man sie sich aus dem Orient vorstellt.
  128. #128
  129. #129
  130. #130
  131. #131
  132. #132
    An dieser Stelle ist es wohl besser, wenn wir die Pause machen. ;-) Doch davor: Eine kurze Werbeeinschaltung eines unserer Sponsoren ;-)
  133. #133
  134. #134
    Als kleine Auflockerung nun ein wichtiges Thema: Navigation. In der originalen Rollenverteilung als Navigateur par excellence bezeichnet stellte ich mich als wahrlich unfähigen Navigator heraus. Meine latente Rechts-Links-Schwäche rief bei Marco regelmässiges Fluchen hervor, und so wurde mir die Karte und das GPS bald weggenommen. Wir hatten zur Navigation zwei Hilfsmittel: Die Papier-Karten, auf denen wir unsere Route grob von Stadt zu Stadt geplant hatten, und Marco's iPhone, auf dem wir eine Offline-Landkarte installiert hatten, und dort unsere ungefähre Position sahen. So konnten wir wenigsten sagen, ob wir in die richtige Richtung fahren ;-)
  135. #135
  136. #136
    Ab Ungarn wurden die Strassenschilder immer weniger, und ab Kasachstan gab es dann praktisch gar keine mehr. Also auch keine Strassennummern, Stadtbeschilderungen, etc. Nix! Verfahren haben wir uns grundsätzlich nicht oft, aber die tatsächlichen Strassen wichen oft von unseren Landkarten ab. Es gab auch einige sehr grosse Umleitungen, oder unbefahrbare Abschnitte, wodurch wir eine Alternativroute fahren mussten, wie zum Beispiel in Transnistrien. Und dann gab es noch die Navigation in der Mongolei, wo praktisch keine Strasse eingezeichnet war, und es tausend Verzweigungen gab. Das war reine Raterei, aber am Ende kamen wir doch immer dorthin, wohin wir eigentlich wollten - manchmal mit Verstand, und oft mit Glück ;-)
  137. #137
  138. #138
    Usbekistan hinter uns liegend waren wir nun endlich in Tajikistan, einem Highlight unserer Route. Wir wollten den sogenannten Pamir Highway befahren, einer der höchstgelegensten Strassen der Erde, mit dem höchsten Pass auf 4700 Meter Seehöhe.
  139. #139
  140. #140
  141. #141
  142. #142
  143. #143
    Tajikistan war wunderschön, die Landschaft, die Strassen, alles tippi toppi.
  144. #144
  145. #145
  146. #146
  147. #147
  148. #148
    Doch wie wir auch schon zuvor in Moldawien gesehen haben: Immer, wenns am Schönsten ist, passiert irgendwas nicht schönes.
  149. #149
  150. #150
    Auch am Pamir Highway wurde diese These zur Realität: Ein Polizist hielt uns am Fusse des Pamir Highways an, und erklärte uns, die von uns geplante Route sei gesperrt. Wir müssen einen Umweg fahren. Er wirkte freundlich und ehrlich, und so taten wir, was er sagte. Was dann folgte, war schlimm.
  151. #151
    Nach ein paar Kilometern wurde die Strasse immer schlechter, bis hin zu komplett unbefahrbar. Wir wechselten uns beim Fahren immer ab - jeder rund eine Stunde auf schlechten, rund zwei Stunden auf guten Strassen. Patrick war jetzt am Steuer, gerade am Anfang seiner Fahrstunde.
  152. #152
    So viel hab ich Patrick noch nie fluchen gehört, und das mag was heissen! Die Strasse, so kann man das gar nicht nennen, war absolut unbefahrbar, und zwar für jegliches Fahrzeug! Wir hatten ungalubliches Glück, hier überhaupt vorwärts zu kommen!
  153. #153
  154. #154
    Nach einer Stunde blankem Autofahr-Horror übernahm ich (Dominik) das Steuer, und Patrick wechselte komplett erschöpft auf die Rückbank. Doch nach rund 15 Minuten, nach denen wir den Grenzfluss zu Afghanistan erreicht hatten...
  155. #155
  156. #156
    ... änderte sich das Bild dramatisch! Vor uns lag eine komplett neue, perfekte, wunderschöne, am Fluss entlang führende Bergstrasse, die man sich schöner nicht vorstellen hätte können! Wir cruisten mit Vollgas rund 50 Kilometer entlang dieser perfekten Strasse, und Patrick fluchte weiter, dass ausgerechnet er den schlechten Abschnitt, und Marco und ich den guten abbekommen haben.
  157. #157
    Am späten Nachmittag näherten wir uns dem Tagesziel. Doch mit Bruno stimmte irgendwas nicht: Er ratterte wie verrückt am linken Hinterrad.
  158. #158
    Wir hielten an und inspizierten das Rad, doch es fiel uns kein Fehler auf. Das Geräusch wurde immer lauter, und wir dachten, der Auspuff sei irgendwie kaputt. Mit quasi letzten Kräften kamen wir in dem kleinen Bergdorf an und hielten am Markplatz. Rund 50 Männer mit langen Bärten scharten sich um das Auto, und ich (Dominik) demonstrierte mit einem grossen Ruck am Dachträger das Geräusch. Plötzlich fing der Muezzin an zu schreien und alle, die über 18 Jahre alt waren, verschwanden in einer Moschee!
  159. #159
    Ein lokaler Entrepreneur bot uns sein Homestay gegen eine kleine Gebühr an, und wir übernachteten direkt im Dorf an der Afghanischen Grenze. Nachdem der Sohn des Gastgebers den Müll des Frühstückstisches mit einem kräftigen Horuck in den Fluss entsorgte, führte der Gastgeber uns zum einzigen Mechaniker, den es im Dorf gab.
  160. #160
  161. #161
  162. #162
  163. #163
    Als wir dort ankamen standen ein paar Männer in Militärkleidung mit Waffen dort, die weisse Plastiksäcke in der Hand hielten. Sie begrüssten uns streng mit einem Salamaleikum, nur um uns dann im nächsten Moment Bier aus den 2-Liter-Petflaschen in ihren Plastiksäcken anzubieten. Patrick und Marco liessen sich das natürlich nicht entgehen, und nahmen mit ihnen einen kräftigen Schluck Bier aus einer Suppenschüssel, denn Gläser gibt's dort nicht.
  164. #164
    Was der mit unserem Auto aufführte, grenzte an ein Wunder, denn er war etwas high vom Kautaback (oder was auch immer er kaute), hatte praktisch kein Werkzeug, und dennoch schaffte er es, mit einem zusammengestutzten Opel-Ersatzteil - in Tajikistan gibt es unglaublich viele Opel - das gebrochene Achslager zu fixen.
  165. #165
    Frisch repariert fuhr sich Bruno wie neu! Wir waren insgesamt 4 Tage am Pamir Highway unterwegs, bekamen alle ein bisschen Höhenkrankheit zu spüren, und waren daher dann doch froh, wieder in tiefere Regionen nach Kirgistan zu kommen.
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  188. #188
    Höchster Punkt der Reise: Pamir Highway, 4700 Meter über See.
  189. #189
  190. #190
  191. #191
  192. #192
  193. #193
    Reifenplatzer auf 4200 Meter ü.M.
  194. #194
  195. #195
    Unser Mechaniker in Osh, Kirgistan.
  196. #196
  197. #197
  198. #198
    Ein paar Tage später: Die Nacht vor der Mongolei
  199. #199
    Als fünftes Zwischenthema möchten wir kurz über die Strassen auf unserer Reise sprechen.
  200. #200
  201. #201
    Hatten es endlich geschafft: Die Mongolische Grenze! Teams am Grenzübergang zur Mongolei getroffen, und mit ihnen gleich mal dort gezeltet. Wunderschön alles, ...
  202. #202
  203. #203
  204. #204
  205. #205
  206. #206
  207. #207
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  210. #210
  211. #211
  212. #212
  213. #213
  214. #214
  215. #215
  216. #216
  217. #217
  218. #218
  219. #219
  220. #220
    Kurz zum Thema Hygiene, Klogehen, Duschen und Essen. Marco zeigte interessante Abendrituale, und war mit Abstand der hygienischste auf der Reise. Patrick und ich (Dominik) schliefen oft einfach in unserer Kleidung oder hatten das selbe für drei Tage lang an. Duschen gab's auch nur alle paar Tage, aber der Geruch im Auto war nicht so schlimm wie man sich das vorstellt (oder haben wir das schon verdrängt? ;-) ).
  221. #221
    Klogehen ging natürlich nur in der freien Natur, und man kann sich ausmalen, wie toll das ist mit Höhenkrankheit und schlechtem Magen lange Strecken Auto zu fahren. Essen hatten wir einiges mit, und Marco stellte sich bald als geheimer Chef-Koch heraus. Hauptnahrungsmittel waren Fertignudel-Packungen, Brot und Dosengulasch. Schlecht ging's uns nie ;-)
  222. #222
    Schöner hätte die Mongolei nicht sein können: Die Landschaften sind der Wahnsinn, die Strassen zwar schlecht aber spektakulär, und die Stimmmung gut! Aber was passiert, wenn alles tippitoppi ist?
  223. #223
  224. #224
    Erneut ein neues Achslager.
  225. #225
  226. #226
    Premium-Werkzeug aus der Mongolei!
  227. #227
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  246. #246
    Aber wie immer: Wenn's schön ist, geht was kaputt! Wir fuhren gerade mit dem Team "Why not?" mit Jordan aus Spanien und Nicole aus der Schweiz in einem Flussbett um die Wette...
  247. #247
  248. #248
  249. #249
    ... als plötzlich Bruno abstarb und nicht mehr ansprang. Jordan und Nicole mussten uns bis ins nächste Dorf abschleppen, wo wir zwei sehr kompetente Mechaniker fanden.
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  251. #251
  252. #252
  253. #253
    Sie bauten die gesamte Rückbank aus, nur um am Ende festzustellen, dass die Sicherung der Benzinpumpe kaputt war :-P
  254. #254
    Wir hätten vielleicht erwähnen sollen, dass unsere Tankanzeige seit Ungarn nicht funktioniert hat.
  255. #255
  256. #256
    Wir waren also wieder im Rennen, und alles schien wieder perfekt zu sein. Wir trafen andere Teams, tolle Strassen und tolle Landschaften.
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  268. #268
  269. #269
    Ein Benzin-Tanklastwagen.
  270. #270
  271. #271
  272. #272
  273. #273
    Besuch bei einer traditionellen mongolischen Familie.
  274. #274
  275. #275
  276. #276
    Rund 200 Kilometer vor dem Ziel machten wir mit Nicole und Jordan aus, dass wir nochmal Zelten wollten, um dann am nächsten Tag am frühen Nachmittag im Ziel in Ulaanbaatar anzukommen.
  277. #277
    Wir suchten uns eine schöne Wiese an einem Hügel aus, fuhren dahin, und hatten einen mega Spass dabei.
  278. #278
    Doch einige Meter vor dem angepeilten Wiesenstück blieb Bruno wieder aprupt stehen. Marco bemerkte sofort einen stechenden Benzin-Geruch, und sieheda:
  279. #279
    Der Auspuff hatte ein Loch in unseren Benzintank aus Plastik in der Grösse einer Euromünze geschmolzen. Vielleicht hätten wir das Alu-Blech, welches Fritz unser Mechaniker angebracht hatte, nicht drei Tage vorher in der Wüste verlieren sollen ;-)
  280. #280
    Zu diesem Zeitpunkt konnten wir nicht's anders mehr machen als warten, bis der gesamte Benzin ausgelaufen war. Bereits durch die vergangenen 4 Wochen abgehärtet liessen wir uns von dieser kleinen Macke an Bruno nicht aus der Ruhe bringen - sondern eher durch die Diskussion, welche Art von Nudeln wir nun zum Abendessen kochen würden.
  281. #281
  282. #282
  283. #283
    Patrick und Nicole fuhren mit ihrem roten Nissan Micra in das nächste Dorf, um einen Mechaniker ausfindig zu machen. Sie kamen mit der Meldung zurück, dass wir uns am nächsten Morgen um 9 Uhr mit ihm treffen würden.
  284. #284
  285. #285
  286. #286
  287. #287
    Wir wachten auf im Wissen, dass unser Tank ein Loch hatte. War nicht so schlimm, denn wir hatten ja nur noch 200 Kilometer nach Ulaanbaatar!
  288. #288
  289. #289
  290. #290
    Jordan schleppte Bruno zu einem nahen Reparatur-Graben und wir warteten auf den Mechaniker.
  291. #291
    Der kam aber leider nie! Nur das Team 12 Steppe Program, mit welchem wir bereits zuvor in der Wüste gezeltet hatten, kam vorbei und bat uns seine Hilfe an.
  292. #292
    Mit vereinten Kräften rissen wir den Auspuff komplett ab dem Katalysator ab, um an den kaputten Tank zu kommen. Den verklebten wir dann mit Gaffaband und Stoffhandschuhen, in der Hoffnung, dass das hält. Und es hielt wirklich!
  293. #293
  294. #294
  295. #295
  296. #296
  297. #297
    Nämlich genau 150 Kilometer weit, bis der Tank wieder leer war :-(
  298. #298
    Das Ziel vor Augen beschlossen Jordan und Nadine, uns bis ins Ziel abzuschleppen. Sie mussten aber ziemlich schnell fahren, um genügend Kühlluft zu bekommen, denn ansonsten überhitzte der kleine Nissan Micra ziemlich schnell!
  299. #299
    So ergab sich unter anderem ein Wettrennen mit einem Tanklaster mit Tankanhänger,...
  300. #300
    ... und das Abschleppseil riss drei mal.
  301. #301
    Beim dritten Mal mussten uns die Amis vom Team 12 Steppe Program sogar bergauf anschieben, um wieder in Fahrt zu kommen.
  302. #302
  303. #303
    Mit vereinten Kräften erreichten wir schliesslich die Ziellinie in Ulaanbaatar am 31. Tag um die Mittagszeit.
  304. #304
  305. #305
  306. #306
  307. #307
  308. #308
  309. #309
    Mongol Rally Finish Line! :-)
  310. #310
  311. #311
    Leider mussten wir uns an dieser Stelle von Bruno, unserem treuen Gefährten, verabschieden - er würde von den Veranstaltern verschrottet oder in Teilen verkauft werden.
  312. #312
  313. #313
  314. #314
  315. #315
    Überglücklich, aber auch erschöpft von den Anstrengungen der vergangenen Tagen knipsten wir noch ein paar Zielfotos und checkten als Belohnung eine Nacht im einzigen 5-Sterne-Hotel der Hauptstadt der Ulaanbaatar, dem Ramada, ein. Nach dem Heimflug zwei Tage später war unser Abenteuer also vorbei, und wir lebendig wieder zurück im Mühlviertel. An dieser Stelle einen riesen Dank an alle Sponsoren, Familien, Helfer, Chef-Mechaniker und unseren Chef-Consultant, und alle, die uns auf der Reise Nachrichten geschickt und via Webseite verfolgt haben. Ohne euch alle wäre das niemals möglich gewesen! Danke vielmals!
  316. #316
    Ein riesiges Danke an unsere Familien, Freunde, Unterstützer, Sponsoren und Fans!